Das Abholzeitfenster ist der im Transportauftrag festgelegte Zeitraum, in dem eine Sendung an der Ladestelle bereitsteht und abgeholt werden kann. Angegeben wird es meist als Spanne an einem bestimmten Tag. Es bindet beide Seiten: Der Versender muss die Ware darin versandfertig haben, das Transportunternehmen muss darin erscheinen.
Das Fenster bestimmt, welches Fahrzeug infrage kommt und an welcher Stelle der Tour die Ladestelle liegt. Je schmaler es gesetzt ist, desto weniger Aufträge lassen sich verbinden – soll noch am selben Tag abgeholt werden, bleibt am Ende nur die eigene Fahrt. Aus einer Teilladung wird so eine Direktfahrt, und der Preis folgt dieser Entscheidung.
Der häufigste Fehler steckt nicht im Fenster, sondern daneben. Werksschließzeiten, Pausen, eine dauerhaft belegte Rampe, ein Wareneingang mit früherem Feierabend: Fehlt eine dieser Angaben, fährt ein Fahrzeug an und findet niemanden, der verlädt. Die Anfahrt ist trotzdem erbracht, und statt mit der Beladung beginnt der Auftrag mit Wartezeit – ab einer vereinbarten Dauer als Standgeld.
Ein Ladenbauer lässt eine Ladeneinrichtung bei seinem Tischler abholen. Die Werkstatt ist mit einem Mann besetzt, der am frühen Nachmittag geht; danach steht die Ware zwar im Hof, aber niemand kann den Stapler fahren. Im Auftrag ist das Abholzeitfenster großzügig über den ganzen Tag gelegt, weil das günstiger wirkt. Das Fahrzeug kommt gegen vier, die Halle ist zu. Verladen wird am nächsten Morgen, die Montage in der Filiale verschiebt sich um einen Tag.
Auf der Empfängerseite heißt das Gegenstück Zustellzeitfenster: Es sagt, wann geliefert wird, während hier der Start des Transports geregelt ist. Die Vorlaufzeit meint etwas anderes als beides – sie misst die Spanne zwischen Auftragserteilung und Abholung und entscheidet darüber, ob sich ein Fenster heute überhaupt noch erreichen lässt. Eine Avisierung kündigt lediglich die konkrete Anfahrt an und ersetzt keine Vereinbarung. Nicht zu verwechseln ist das Fenster schließlich mit der Lieferfrist, die den gesamten Transport umfasst statt nur seinen Beginn. Was nach einer überschrittenen Spanne passiert, erklären Wartezeit und Standgeld.
Technisch geht fast jede Spanne, bis hin zur festen Uhrzeit. Die Frage ist, was sie kostet: Ein weites Fenster erlaubt es, die Fahrt mit weiteren Stopps zu kombinieren, ein schmales bindet das Fahrzeug an diesen einen Auftrag. Sinnvoll ist die Spanne, die zu den Öffnungszeiten der Ladestelle passt – nicht die kürzestmögliche.
Der Fahrer wartet zunächst, und es beginnt eine Wartezeit zu laufen, die ab einer vereinbarten Dauer berechnet wird. Lässt sich die Ware in dieser Zeit nicht verladen, wird die Fahrt als Fehlanfahrt abgerechnet und die Abholung neu eingeteilt. Anschlusstermine beim Empfänger verschieben sich entsprechend.
Die Vorlaufzeit ist die Spanne, die zwischen der Buchung und dem Beginn der Abholung liegt – sie sagt, wie kurzfristig ein Auftrag überhaupt angenommen werden kann. Das Abholzeitfenster legt dagegen fest, wann genau das Fahrzeug an der Ladestelle sein soll. Kurze Vorlaufzeit und enges Fenster sind zwei verschiedene Zusagen.