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Ablauf und Disposition — von Abholzeitfenster bis Zustellzeitfenster29 Begriffe

Jeder Transportauftrag durchläuft dieselben Stationen: Disposition, Abholzeitfenster, Fahrzeit unter Lenk- und Ruhezeiten, Avisierung, Zustellzeitfenster, Wareneingang. Die Laufzeit hängt deshalb selten an der Entfernung – sie hängt an der Vorlaufzeit, an den Zeitfenstern beider Seiten und daran, ob zwischen Abholung und Ablieferung umgeschlagen wird.

Diese Kategorie erklärt die Begriffe dieses Ablaufs – Vorlaufzeit, Lieferfrist, Fixtermin, Wartezeit, Leerfahrt, Rückfracht, Umschlag – und die Technik dahinter: Telematik, Sendungsverfolgung, Transportmanagementsystem und EDI-Schnittstelle. Den Takt begrenzt dabei kein Dispositionsplan, sondern die Verordnung (EG) 561/2006: 4,5 Stunden Lenkzeit, dann 45 Minuten Pause.

Sendungsverfolgung und Telematik werden oft gleichgesetzt, meinen aber Verschiedenes: Telematik ist die Technik im Fahrzeug, Sendungsverfolgung der Status, den der Auftraggeber zu sehen bekommt. Und ein Fixtermin ist mehr als ein Wunschtermin – er ist vertraglich zugesagt und verschiebt die Haftung bei Verspätung.

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Fachbegriffe aus der Kategorie Ablauf & Disposition

Abholzeitfenster

Das Abholzeitfenster ist der im Transportauftrag festgelegte Zeitraum, in dem eine Sendung an der Ladestelle bereitsteht und abgeholt werden kann. Angegeben wird es meist als Spanne an einem bestimmten Tag. Es bindet beide Seiten: Der Versender muss die Ware darin versandfertig haben, das Transportunternehmen muss darin erscheinen.

Ablieferung

Die Ablieferung ist der Moment, in dem der Frachtführer den Besitz am Gut im Einverständnis mit dem Empfänger aufgibt und diesem die tatsächliche Verfügung darüber verschafft. Damit ist der Transportvertrag erfüllt. Entscheidend ist nicht, dass die Ware am Zielort angekommen ist, sondern dass sie übergeben und angenommen wurde.

Avisierung

Die Avisierung – kurz Avis – kündigt eine Abholung oder Anlieferung bei Versender oder Empfänger an, damit dort jemand bereitsteht. Sie nennt Tag und Zeitfenster und geht in der Regel ein bis zwei Tage vorher per Telefon, Mail oder SMS an einen benannten Ansprechpartner.

Disposition

Disposition bezeichnet in der Logistik die Zuordnung von Transportaufträgen zu Fahrzeugen, Fahrern, Wegen und Zeiten – und daneben die Abteilung, die diese Zuordnung verantwortet. In Psychologie und Finanzwesen steht das Wort für anderes; im Transportgeschäft geht es ausschließlich um die Steuerung laufender Transporte – um die Entscheidung also, welcher Auftrag wann auf welches Fahrzeug geht.

EDI-Schnittstelle

Eine EDI-Schnittstelle ist die direkte Verbindung zwischen den IT-Systemen von Auftraggeber und Dienstleister, über die Transportdaten in einem standardisierten Format ausgetauscht werden – ohne dass jemand sie abtippt. EDI steht für Electronic Data Interchange. Üblicherweise laufen darüber Transportaufträge, Statusmeldungen und Rechnungen.

Entladestelle

Eine Entladestelle ist der Ort, an dem eine Sendung vom Fahrzeug abgeladen und übergeben wird. Gemeint ist der konkrete Übergabepunkt, etwa ein Wareneingang, eine Rampe oder ein Hallentor. Die Empfängeradresse ist das nicht zwingend: Große Werke, Baustellen und Messegelände nehmen Ware selten am Haupteingang an.

Mobilitätspaket

Das EU-Mobilitätspaket ist ein Reformpaket für den europäischen Straßenverkehrssektor, das 2020 beschlossen wurde. Es hat Lenk- und Ruhezeiten, die Kabotageregeln, die Entsendung von Fahrern und die Niederlassungspflichten von Transportunternehmen neu geordnet. Die einzelnen Vorschriften traten zwischen 2020 und 2022 gestaffelt in Kraft, nicht auf einen Schlag.

Fahrzeit

Fahrzeit ist im Güterverkehr die reine Zeit, die ein Fahrzeug für eine Strecke benötigt – ohne Pausen, ohne Wartezeiten an der Rampe, ohne Standzeiten. Sie ist eine reine Rechengröße der Disposition und nicht der Termin, den der Empfänger am Ende zu sehen bekommt.

Fixtermin

Ein Fixtermin ist ein fest vereinbarter Zeitpunkt für die Abholung oder Zustellung einer Sendung, bestimmt auf die Uhrzeit genau. Anders als ein Zeitfenster beschreibt er keine Spanne, sondern einen Punkt – und anders als ein bloßer Wunschtermin ist er verbindlich zugesagt. Er legt fest, wann abgeholt oder zugestellt wird, nicht wie schnell.

GPS-Tracking

GPS-Tracking ist die satellitengestützte Ortung von Fahrzeugen: Ein Empfänger an Bord bestimmt laufend seine Koordinaten und meldet sie an ein System. Sichtbar wird dadurch der Standort des Wagens – nicht der Bearbeitungsstand einer bestimmten Sendung. Dieser Unterschied klingt spitzfindig, entscheidet im Alltag aber darüber, wie belastbar eine Auskunft ist.

Ladestelle

Als Ladestelle bezeichnet man den Punkt, an dem ein Transport beginnt: Dort wird die Ware übernommen und auf das Fahrzeug gebracht. Das kann ein Warenausgang, ein bestimmtes Hallentor oder ein Lagerplatz sein. Mit der Firmenadresse des Versenders stimmt die Ladestelle deshalb oft nicht überein, vor allem bei Werken, Baustellen und Speditionslagern.

Leerfahrt

Eine Leerfahrt ist eine Fahrt ohne Ladung. Gemeint sind im Transportalltag vor allem zwei Abschnitte: die Anfahrt zur Ladestelle und der Weg zurück nach der Zustellung. Das Fahrzeug bewegt sich, verbraucht Kraftstoff und bindet die Arbeitszeit des Fahrers – nur eben ohne Gut an Bord.

Lenk- und Ruhezeiten

Lenk- und Ruhezeiten regeln, wie lange ein Berufskraftfahrer höchstens am Steuer sitzen darf und wie lange er danach mindestens ruhen muss. Im gewerblichen Güterverkehr gelten sie EU-weit einheitlich nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006; kontrolliert werden sie über den Fahrtenschreiber im Fahrzeug.

Lieferfrist

Die Lieferfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen der Frachtführer die Sendung beim Empfänger abliefern muss. Eine feste Größe ist sie im Frachtrecht nur, wenn Auftraggeber und Frachtführer sie ausdrücklich vereinbart haben. Fehlt diese Absprache, gilt nach § 423 HGB die Zeit, die einem sorgfältigen Frachtführer unter den gegebenen Umständen vernünftigerweise zuzubilligen ist.

Liefertermin

Der Liefertermin ist der Zeitpunkt, zu dem eine Sendung beim Empfänger eintreffen soll – angegeben als Tag. Er legt das Datum fest, aber keine Uhrzeit: Zugestellt werden kann während der üblichen Geschäftszeit dieses Tages. Wie verbindlich ein Liefertermin ist, hängt allein davon ab, was Auftraggeber und Transportunternehmen dazu vereinbart haben.

Routenplanung

Routenplanung bestimmt den Fahrweg, den ein Fahrzeug zwischen zwei oder mehreren festgelegten Punkten nimmt. Im Güterverkehr zählt dabei nicht allein die Entfernung: Fahrzeugmaße, Gewicht der Ladung, Durchfahrtsverbote und Termine entscheiden mit, welche Strecke überhaupt zulässig ist. Die Abfolge der Stopps legt vorher die Tourenplanung fest.

Rückfracht

Eine Rückfracht ist Ladung, die ein Fahrzeug auf dem Rückweg von einer Tour aufnimmt, damit es nicht leer zurückfährt. Im Gewerbe ist dafür das Wort Rückladung gebräuchlicher. Für Auftraggeber ist sie vor allem eines: der Grund, warum dieselbe Strecke je nach Fahrtrichtung unterschiedlich viel kostet.

Sendungsverfolgung

Sendungsverfolgung bezeichnet die Nachvollziehbarkeit einer Sendung vom Auftrag bis zur Ablieferung. Geläufig sind auch die englischen Begriffe Tracking und Track and Trace – gemeint ist dasselbe: Der Auftraggeber kann jederzeit einordnen, wo die Sendung zwischen Abholung und Zustellung steht und was als Nächstes passiert.

Telematik

Telematik verbindet Telekommunikation und Informatik: Fahrzeuge erfassen Positions- und Betriebsdaten und übertragen sie an die Disposition. Gemeint ist im Güterverkehr die Flottentelematik – nicht die Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens und nicht die Telematik-Tarife der Kfz-Versicherung, die denselben Namen tragen und den Begriff im Suchergebnis dominieren.

Tourenplanung

Tourenplanung legt fest, welches Fahrzeug welche Transportaufträge übernimmt und in welcher Reihenfolge es sie abarbeitet. Dabei zählen Zeitfenster der Kunden, Ladekapazität der Fahrzeuge und die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten. Das Ergebnis ist eine Tour: eine Folge von Lade- und Entladestellen für genau ein Fahrzeug und einen Einsatz.

Transportauftrag

Ein Transportauftrag ist die Beauftragung eines Frachtführers oder Spediteurs, eine bestimmte Sendung von der Ladestelle zur Entladestelle zu bringen. Er ist kein Formular, sondern eine Willenserklärung: Mit der Annahme kommt der Frachtvertrag zustande, und damit gelten Haftung, Fristen und Ansprüche des Frachtrechts (§ 407 HGB).

Transportmanagementsystem

Ein Transportmanagementsystem, kurz TMS, ist eine Software, mit der Transporte geplant, gesteuert und abgerechnet werden. Sie bündelt Aufträge, Fahrzeuge, Termine und Kosten in einem Datenbestand, statt sie auf Tabellen, Postfächer und Zurufe zu verteilen. Eingesetzt wird ein TMS vor allem dort, wo Transporte täglich und in Menge anfallen – bei Speditionen, Frachtführern und größeren Versendern.

Umschlag

Umschlag ist jeder Wechsel des Transportguts zwischen Fahrzeugen, Ladeeinheiten oder Lagerplätzen – innerhalb desselben Verkehrsträgers ebenso wie zwischen zweien. Der häufigste Fall im Straßengüterverkehr ist die Umladung von LKW auf LKW in einem Sammelgutnetz. Zusammen mit Transport und Lagern bildet der Umschlag die drei logistischen Grundprozesse, abgekürzt TUL.

Vorlaufzeit

Die Vorlaufzeit ist der Zeitraum zwischen dem Eingang eines Transportauftrags und der Abholung der Ware. Sie sagt also, wie lange es dauert, bis ein Fahrzeug an der Ladestelle steht – nicht, wie lange die Beförderung selbst dauert. Je kürzer sie ausfällt, desto kurzfristiger lässt sich eine Lücke in der Lieferkette schließen.

Wareneingang

Der Wareneingang ist der Vorgang, mit dem ein Empfänger ankommende Ware annimmt, auf Menge, Zustand und Richtigkeit prüft und im System erfasst. Der Begriff meint zugleich den Ort und die Abteilung, wo das geschieht. Für den Transport ist er die Schnittstelle, an der die Beförderung endet und die Prüfung beginnt.

Wartezeit

Als Wartezeit gilt die Zeit, in der ein Fahrzeug an einer Lade- oder Entladestelle steht, ohne be- oder entladen zu werden – weil die Rampe belegt ist, das Personal fehlt oder die Anmeldung nicht durch ist. Im weiteren Sinn meint der Begriff auch die Zeit, die eine Ladung im Transportnetz auf den Weitertransport wartet.

Zeitfenstermanagement

Zeitfenstermanagement ist das Verfahren, mit dem eine Lade- oder Entladestelle ihre Rampenkapazität steuert: Anlieferungen werden nicht spontan angenommen, sondern laufen über vorab vergebene Zeitfenster, häufig Slots genannt. Vergeben werden sie vom Betreiber der Stelle – also vom Wareneingang des Empfängers, nicht vom Transportunternehmen.

Zustellzeitfenster

Das Zustellzeitfenster sagt zu, wann eine Lieferung beim Empfänger ankommt: eine Spanne, die Versender und Transportunternehmen bei der Buchung festhalten – etwa dienstags zwischen acht und zehn Uhr. Es ist eine Zusage und keine Schätzung; darin unterscheidet es sich von einer bloßen Laufzeitangabe, die nur einen Erfahrungswert beschreibt.

Zwei-Mann-Handling

Zwei-Mann-Handling ist eine buchbare Zusatzleistung: Eine zweite Person fährt mit, um eine Sendung zu verladen oder abzuladen, die eine Person allein nicht bewegen darf oder kann. Gebräuchlich ist auch Zwei-Mann-Zustellung. Ob sie mitfährt, entscheidet sich im Auftrag – nicht an der Tür.

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