zipmend Express - Kurierdienst und Spedition
TÜV Süd
zipmend Mitarbeiterin am Telefon beim Kundensupport
Mo-Fr 7-20 Uhr:
zipmend Mitarbeiterin am Telefon beim Kundensupport

Ausgangsland

Was ist ein Ausgangsland?

Das Ausgangsland ist das Land, aus dem eine Sendung versendet wird – dort beginnt die Transportstrecke. Festgelegt wird es durch die Abholadresse, und es ist eine rein logistische Angabe. Wo die Ware hergestellt wurde, sagt es nicht: Dafür gibt es zollrechtlich das Ursprungsland.

Was mit dem Ausgangsland über Route und Laufzeit feststeht

Mit dem Ausgangsland stehen beim internationalen Versand Route, Zollverfahren und Laufzeit fest. Startet eine Sendung Richtung Deutschland in einem Drittland wie Großbritannien, braucht sie dort eine Ausfuhr- und in Deutschland eine Einfuhrabfertigung – das verlängert den Vorlauf und kommt zur Streckenkalkulation hinzu.

Der typische Fehler: Im Transportauftrag steht das Ausgangsland, für den Präferenznachweis zählt das Ursprungsland. Zwei Felder, zwei Bedeutungen. Wer beide gleichsetzt, weist für seine Ware einen Ursprung aus, den sie nicht hat.

Warnwesten aus Bangladesch, versandt aus Nordrhein-Westfalen

Ein Großhändler für Arbeitsschutzkleidung in Nordrhein-Westfalen liefert Warnwesten an einen Baukonzern in England. Genäht wurden sie in Bangladesch. Ausgangsland ist Deutschland, Ursprungsland Bangladesch. Trägt die Rechnung trotzdem eine Ursprungserklärung für EU-Ware, beansprucht der Empfänger einen Präferenzzollsatz, der ihm nicht zusteht. Fällt das bei einer späteren Prüfung auf, kann der britische Zoll den regulären Zoll nachfordern – oft Monate nach der Lieferung. Die Verwechslung entsteht meist, weil das Länderfeld aus dem Transportauftrag in die Handelspapiere wandert.

Ausgangsland und Ursprungsland sind nicht dasselbe

Das Ursprungsland, umgangssprachlich oft Herkunftsland genannt, bezeichnet den Staat, dessen Wirtschaft die Ware zugerechnet wird: Dort wurde sie vollständig gewonnen oder hat ihre letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung erfahren (Art. 60 UZK). Daran knüpfen etwa Antidumpingzölle an, belegt durch ein Ursprungszeugnis. Ob ein Präferenzzollsatz greift, bestimmen dagegen die Ursprungsregeln des jeweiligen Handelsabkommens; nachgewiesen wird das per Präferenznachweis. Am anderen Ende der Strecke liegt das Eingangsland. Der Versandort ist die konkrete Abholadresse innerhalb des Ausgangslands.

Häufige Fragen zum Thema Ausgangsland

Was ist der Unterschied zwischen Ausgangsland und Ursprungsland?

Entscheidend ist, worauf sich die Angabe bezieht: Das Ausgangsland beschreibt den Transport, das Ursprungsland die Ware. Ausgangsland ist, wo die Sendung abgeholt wird. Ursprungsland ist, wo die Ware vollständig hergestellt oder zuletzt wesentlich verarbeitet wurde. In China gefertigte Elektronik aus einem Lager in Duisburg hat Deutschland als Ausgangsland und China als Ursprungsland.

Warum fragt die Spedition nach dem Ausgangsland?

Weil sich daraus Strecke, Fahrzeit und Zollverfahren ergeben. Aus dem Ausgangsland kalkuliert die Spedition die Route und prüft, ob die Sendung eine Außengrenze der EU überquert. Ist das der Fall, müssen Ausfuhr- und Einfuhrpapiere vor der Abholung geklärt sein. Im Preisrechner folgt das Ausgangsland direkt aus der eingegebenen Abholadresse.

Richtet sich das Ausgangsland nach dem Firmensitz des Auftraggebers?

Nein, nach dem Ort der Abholung. Ein Hamburger Unternehmen, das Ware aus seinem Lager in Posen abholen lässt, versendet aus Polen – Ausgangsland ist dann Polen, auch wenn Auftrag und Rechnung aus Deutschland kommen. Für Route und Papiere zählt allein, wo das Fahrzeug die Ware übernimmt.
Hilfe & Tools von zipmend Express

Verwandte Themen

© All rights reserved
cross