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ADSp

Was sind die ADSp — Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen?

Die ADSp sind die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen, ein von Spediteur- und Verladerverbänden gemeinsam empfohlenes Vertragswerk für Speditionsleistungen in Deutschland. Sie sind kein Gesetz, sondern Allgemeine Geschäftsbedingungen: Sie gelten nur, wenn beide Vertragsparteien sie ausdrücklich einbeziehen. Die aktuelle Fassung ist die ADSp 2017.

Was die ADSp regeln und was das für die Haftung heißt

Geregelt ist darin, was der Frachtvertrag offenlässt: die Obhutspflichten des Spediteurs, seine Haftung, das Pfandrecht an der Ware, die Versicherungspflicht und der Gerichtsstand. Wirtschaftlich zählt vor allem die Haftungsgrenze von 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm, die beim Speditionsversand die Kalkulation bestimmt.

Der Denkfehler sitzt im Wort „gesetzlich“, das in vielen Ratgebern und sogar auf Anbieterseiten davorsteht. Wer die ADSp nie vereinbart hat, für den gelten sie auch nicht; dann gilt allein das gesetzliche Frachtrecht. Umgekehrt lohnt der Blick in die Auftragsbestätigung: Dort steht, welche Fassung gelten soll.

Leiterplatten, 15 Kilogramm: was die Kilohaftung übrig lässt

Ein Elektronikfertiger lässt bestückte Leiterplatten an einen Kunden im Sondermaschinenbau liefern, zwei Kartons mit zusammen 15 Kilogramm. Beim Verladen rutscht die Palette von den Gabeln, die Kartons stürzen, die Baugruppen sind unbrauchbar. Die ADSp-Haftung bemisst sich am Gewicht und deckt nur einen Bruchteil dessen, was die Bestückung gekostet hat. Wer solche Ware verschickt, klärt vor dem Auftrag, ob eine Wertvereinbarung oder eine Warenversicherung die Differenz trägt. Nachträglich lässt sich beides nicht mehr herstellen.

ADSp-Fassungen und die Abgrenzung zur CMR-Haftung

Nicht jede ADSp-Fassung ist dieselbe. Die ADSp 2017 lösten die Fassung von 2016 ab, ältere Fassungen hält der DSLV weiter bereit – im Schadensfall zählt, was der Vertrag nennt, nicht, was gerade aktuell ist. Von der CMR-Haftung unterscheiden sie sich in der Verbindlichkeit: Die CMR gilt für grenzüberschreitende Straßentransporte kraft Gesetzes und ist vertraglich nicht absenkbar. Das Frachtrecht des Handelsgesetzbuchs ist die gesetzliche Grundlage, auf der die ADSp aufsetzen und die sie innerhalb der zulässigen Grenzen ausgestalten.

Häufige Fragen zum Thema ADSp

Gelten die ADSp automatisch?

Nein. Als Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen sie Bestandteil des Vertrags werden – üblicherweise durch einen Hinweis im Angebot, in der Auftragsbestätigung oder in den Rahmenvereinbarungen. Im Handelsverkehr genügt dafür ein klarer Verweis. Fehlt er, richtet sich das Verhältnis nach den gesetzlichen Vorschriften, ohne die Ergänzungen und Begrenzungen der ADSp.

Welche Fassung der ADSp ist die aktuelle?

Die ADSp 2017. Sie lösten die Fassung von 2016 ab, die der Spediteurverband allein herausgegeben hatte; damit tragen die Bedingungen wieder beide Seiten, wie schon die Fassung von 2003. Ältere Texte sind weiter im Umlauf, weil Rahmenverträge oft eine bestimmte Fassung festschreiben. Im Streitfall entscheidet nicht das Erscheinungsjahr, sondern der Wortlaut der Einbeziehung.

Wie hoch ist die Haftung nach ADSp?

Für Güterschäden in der Obhut des Spediteurs gelten 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm. Kommt eine Seestrecke hinzu und bleibt der Schadenort unbekannt, sinkt der Satz auf 2. Zusätzlich begrenzen die ADSp den Ersatz je Schadenfall und je Schadenereignis der Höhe nach. Welcher Betrag dabei herauskommt, hängt am Tageskurs der Rechnungseinheit.
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