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Direktversand

Was ist ein Direktversand?

Beim Direktversand liefert der Hersteller oder Großhändler unmittelbar an den Endkunden, ohne dass die Ware zuvor im Lager des verkaufenden Händlers liegt. Der Händler verkauft, berührt die Ware aber nie selbst. Fachlich heißt dieses Modell Streckengeschäft; gemeint ist die Lieferkette, nicht eine bestimmte Transportart.

Was der Wegfall einer Lagerstufe spart und verschiebt

Wer eine Lagerstufe überspringt, spart einen Umschlag, eine Einlagerung und die Zeit dazwischen. Transportiert wird nur noch einmal – häufig als Direktfahrt vom Werk zum Verwendungsort. Der Aufwand verschiebt sich dabei von der Lagerhaltung in die Abstimmung. Abhol- und Zustelladresse gehören zu zwei verschiedenen Unternehmen, die Anlieferzeiten kennt nur der Empfänger, und die Papiere im Fahrzeug dürfen die Einkaufskonditionen des Händlers nicht offenlegen. Der häufigste Fehler liegt eine Ebene tiefer: Wer Direktversand anfragt und Direktfahrt meint, beauftragt die falsche Leistung. Auffallen wird das erst, wenn das Fahrzeug an der falschen Ladestelle steht.

Kranausfall auf der Baustelle, Teil liegt beim Hersteller

Auf einer Baustelle fällt der Antrieb eines Krans aus. Das Ersatzteil hat der Händler im Sortiment, aber nicht im Regal – es liegt beim Hersteller im Sauerland. Statt es erst in das Händlerlager und von dort zur Baustelle zu fahren, beauftragt der Händler die Abholung beim Hersteller und die Zustellung direkt an den Bauleiter. Der Weg über das Lager hätte zwei Tage gekostet, in denen der Kran stillsteht.

Direktversand und Direktfahrt sind zwei Dinge

Die Direktfahrt beschreibt das Fahrzeug: Es fährt ausschließlich für diesen Auftrag, ohne Zuladung und ohne Umschlag. Der Direktversand beschreibt dagegen den Weg der Ware durch die Handelsstufen. Beides kann zusammenfallen, muss es aber nicht – ein Streckengeschäft läuft auch im Sammelgut, und eine Direktfahrt führt genauso vom eigenen Lager zum Kunden. Direkttransport und Direktlieferung werden im Markt uneinheitlich benutzt und meinen meist ebenfalls das Fahrzeug, nicht die Handelsstufe. Wer beauftragt, sollte deshalb benennen, was er braucht: eine ausgelassene Lagerstufe oder ein eigenes Fahrzeug.

Häufige Fragen zum Thema Direktversand

Was ist der Unterschied zwischen Direktversand und Direktfahrt?

Der Direktversand betrifft die Handelsstufe: Die Ware geht vom Hersteller unmittelbar an den Endkunden, ohne Zwischenlager beim Händler. Die Direktfahrt betrifft das Fahrzeug: Es fährt exklusiv für eine Sendung, ohne Umladung. Ein Direktversand kann als Direktfahrt laufen, muss es aber nicht.

Für welche Waren eignet sich der Direktversand?

Vor allem für Güter, deren Zwischenlagerung nichts bringt: Ersatzteile, Sonderanfertigungen, sperrige Maschinen und Anlagenteile sowie alles, was gegen einen Termin läuft. Je größer und je eiliger ein Stück ist, desto teurer wird der Umweg über ein Lager. Weniger geeignet ist das Modell, wenn mehrere Positionen verschiedener Lieferanten gebündelt beim Kunden ankommen sollen.

Was muss beim Direktversand auf den Lieferpapieren stehen?

Der Lieferschein weist den verkaufenden Händler als Absender aus, obwohl die Ware beim Hersteller abgeholt wird – sonst erfährt der Kunde, wo eingekauft wurde. Preise des Vorlieferanten gehören nicht in die mitgeführten Papiere. Abhol- und Zustelladresse müssen dagegen vollständig und mit Ansprechpartner im Transportauftrag stehen.

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