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Kabotage

Was bedeutet Kabotage?

Von Kabotage spricht man, wenn ein Transportunternehmen Güter innerhalb eines Staates befördert, in dem es nicht ansässig ist. In der EU ist das erlaubt, aber mengenmäßig und zeitlich begrenzt: Vorausgehen muss eine grenzüberschreitende Fahrt, und nach einer festgelegten Zahl von Beförderungen ist Schluss.

Drei Fahrten in sieben Tagen: die Regel im Wortlaut

Die Regeln stehen in Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1072/2009. Nach einer grenzüberschreitenden Beförderung darf dasselbe Fahrzeug im Zielland bis zu drei Inlandsbeförderungen ausführen – und zwar in den sieben Tagen, die auf die vollständige Entladung folgen. Anschließend greift die Karenzzeit aus dem EU-Mobilitätspaket: Vier Tage lang sind für dasselbe Fahrzeug in demselben Mitgliedstaat keine weiteren Inlandsfahrten zulässig.

Der Grund dafür ist wirtschaftspolitisch. Ohne Begrenzung könnten Unternehmen aus Ländern mit niedrigerem Kostenniveau dauerhaft Binnenverkehre übernehmen; internationale Transporte bleiben dagegen ohne solche Mengengrenze. Kontrolliert wird in Deutschland durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität; bei Verstößen drohen Bußgelder und die Untersagung weiterer Beförderungen im Inland.

In der Einteilung ist das ein Verfügbarkeitsthema: Ein Fahrzeug, das sein Kontingent ausgeschöpft hat, steht für den nächsten Inlandsauftrag nicht bereit. In einem Netzwerk mit über 90.000 Fahrzeugen gehört diese Prüfung zur Auswahl der Transportpartner.

Von Kaunas nach Leipzig, dann drei Inlandsfahrten

Ein litauischer Frachtführer bringt eine Komplettladung von Kaunas nach Leipzig. Mit der vollständigen Entladung dort beginnt die Siebentagefrist. Er übernimmt eine Beförderung von Leipzig nach Kassel, eine zweite nach Bremen und eine dritte nach Hannover – damit ist sein Kontingent aufgebraucht. Ein weiterer deutscher Auftrag wäre unzulässig, selbst wenn von der Frist noch Tage übrig sind. Das Fahrzeug muss das Land verlassen und ist hier erst nach Ablauf der Karenzzeit wieder einsetzbar. Für die Disposition heißt das: Der LKW steht sichtbar im Umkreis, buchen lässt er sich für diese Strecke trotzdem nicht. Wer die Abfolge nicht mitrechnet, plant mit Kapazität, die es rechtlich nicht gibt.

Kabotage, Mobilitätspaket und Lenkzeiten

Das Mobilitätspaket ist nicht die Vorschrift selbst, sondern das Paket, das sie zuletzt verschärft hat – zusammen mit Entsendung, Rückkehrpflicht und Vorgaben zum Fahrtenschreiber. Lenk- und Ruhezeiten begrenzen etwas anderes: Sie setzen dem Fahrer eine Grenze, die hier beschriebene Beschränkung dem Fahrzeug und dem Unternehmen; beide können gleichzeitig greifen. Vom internationalen Transport unterscheidet sich der Vorgang durch den Verlauf – dort überquert die Sendung eine Grenze, hier liegen Be- und Entladestelle im selben Staat. Und der Frachtführer ist derjenige, den die Regel bindet: Sie hängt an seiner Ansässigkeit, nicht am Sitz des Auftraggebers.

Häufige Fragen zum Thema Kabotage

Wie viele Kabotagefahrten sind erlaubt?

Drei innerhalb von sieben Tagen, gerechnet ab der vollständigen Entladung der grenzüberschreitenden Beförderung, die vorausgehen muss. Maßgeblich ist Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1072/2009. Fehlt diese Vorbeförderung – etwa nach einer Leereinfahrt –, besteht keine Berechtigung zur Kabotage, und es beginnt auch keine Frist zu laufen.

Wie lange muss ein Fahrzeug nach Kabotagefahrten warten?

Vier Tage. Diese Karenzzeit kam mit dem EU-Mobilitätspaket und gilt für dasselbe Fahrzeug in demselben Mitgliedstaat. In dieser Zeit darf es dort keine weiteren Inlandsbeförderungen übernehmen. Grenzüberschreitende Fahrten und Einsätze in anderen Staaten bleiben davon unberührt.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Kabotageregeln?

In Deutschland kontrolliert das Bundesamt für Logistik und Mobilität. Ein Verstoß wird als Ordnungswidrigkeit geahndet und trifft sowohl das Unternehmen als auch den Auftraggeber, der die Beförderung erteilt hat. In schweren Fällen kann die Behörde weitere Inlandsfahrten untersagen.
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