Ein Kollo ist die einzelne, als Einheit behandelte Versandeinheit einer Sendung – eine Kiste, eine Palette, eine Gitterbox. Der Plural lautet Kolli, gelegentlich auch Colli geschrieben. Die Kollianzahl gibt an, aus wie vielen solcher Einheiten eine Sendung besteht. Gezählt wird in Kolli, nicht in Artikeln.
Die Kollianzahl ist eine Pflichtangabe im Transportauftrag und wird, sofern ein Frachtbrief ausgestellt wird, auch dort geführt. Sie ist die Einheit, in der gezählt, quittiert und reklamiert wird: Der Empfänger bestätigt eine Stückzahl, nicht ein Gewicht – und eine Fehlmenge lässt sich nur feststellen, wenn beide Seiten dieselbe Zählweise zugrunde legen.
Gezählt wird, was als Einheit bewegt wird – nicht, was drin ist. Dieselbe Warenmenge kann je nach Verpackung ein Kollo oder ein Dutzend sein, und beides ist richtig, solange Auftrag, Frachtpapiere und die tatsächlich übergebenen Einheiten übereinstimmen. Weichen sie voneinander ab, steht bei der Ablieferung Aussage gegen Aussage.
Sprachlich hält sich hartnäckig ein Fehler: Kollo ist der Singular, Kolli der Plural. „Ein Kolli“ ist verbreitet, aber falsch.
Ein Elektrogroßhändler gibt fünf Kartons Schaltgeräte auf, verpackt auf einer Palette, und meldet ein Kollo an. Bei der Ablieferung quittiert der Empfänger genau das: eine Einheit, äußerlich unversehrt. Drei Tage später fehlt beim Auspacken ein Karton.
Die quittierte Stückzahl bezieht sich damit auf die Palette, nicht auf ihren Inhalt – der fehlende Karton lässt sich aus dem Frachtbrief allein nicht belegen. Hätte der Händler fünf Kolli angemeldet und einzeln kennzeichnen lassen, wäre schon beim Abladen aufgefallen, dass nur vier Einheiten ankommen. Die Zählweise entscheidet darüber, wie leicht sich eine Fehlmenge nachweisen lässt.
Das Kollo ist die unterste Zähleinheit des Transports, aber nicht die unterste Ebene: Darunter liegt der Artikel, also der Inhalt – eine Größe der Warenwirtschaft, nicht des Transportauftrags. Darüber folgen die Sendung als Auftragsebene und die Ladung als Fahrzeugebene, die auch Aufträge anderer Absender umfasst. Fracht heißt dasselbe Gut, sobald es ein Frachtvertrag erfasst, und bezeichnet daneben das Entgelt; ohne Transportbezug bleibt es Ware.
Packstück ist dieselbe Ebene mit deutschem Namen – die Wörter sind austauschbar, Kolli ist im Frachtgeschäft das ältere und gebräuchlichere. Nicht zu verwechseln ist das Kollo mit dem Lademittel: Eine Palette ist ein Kollo, wenn sie bepackt versandt wird – leer ist sie nur Lademittel.
Es ist derselbe Begriff in zwei Zahlformen: Kollo ist der Singular, Kolli der Plural. Eine Palette ist ein Kollo, drei Paletten sind drei Kolli. Die im Alltag häufige Form „ein Kolli“ ist grammatikalisch falsch, wird aber verstanden. Die Schreibweise Colli ist ebenfalls zulässig.
Gezählt wird jede Einheit, die für sich bewegt und übergeben wird. Eine bepackte und gesicherte Palette ist ein Kollo, auch wenn zwanzig Kartons darauf stehen. Werden die Kartons einzeln verladen, sind es zwanzig. Maßgeblich ist der Zustand bei der Übergabe, nicht der Inhalt.
Inhaltlich keiner – beide bezeichnen die einzeln handhabbare Versandeinheit einer Sendung. Kolli ist der ältere, aus dem Frachtgeschäft stammende Ausdruck, Packstück die deutsche Entsprechung. In Transportaufträgen und auf Frachtbriefen tauchen beide auf, gemeint ist dieselbe Zahl. Wer beide Begriffe in einem Auftrag mischt, sollte die Anzahl nur einmal führen.