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Routenplanung

Was ist eine Routenplanung?

Routenplanung bestimmt den Fahrweg, den ein Fahrzeug zwischen zwei oder mehreren festgelegten Punkten nimmt. Im Güterverkehr zählt dabei nicht allein die Entfernung: Fahrzeugmaße, Gewicht der Ladung, Durchfahrtsverbote und Termine entscheiden mit, welche Strecke überhaupt zulässig ist. Die Abfolge der Stopps legt vorher die Tourenplanung fest.

Nicht die kürzeste, sondern die zulässige Strecke

Ein LKW fährt nicht die kürzeste, sondern die zulässige Strecke. Beim LKW-Transport schränken Brücken mit begrenzter Durchfahrtshöhe, Gewichtsbeschränkungen, Umweltzonen, Wochenend- und Feiertagsfahrverbote sowie die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers die Wahl ein. Enge Zufahrten in Altstädten oder Anlieferzeiten an Gewerbegebieten kommen hinzu.

Für die Buchung folgt daraus: Die Laufzeit lässt sich nicht aus der Entfernung ablesen. Über dieselbe Distanz kommt eine Lieferung je nach Strecke, Pausen und Fahrverboten noch am selben Tag oder erst am nächsten an. Bei mehreren Abhol- und Zustelladressen summieren sich diese Grenzen für jeden Abschnitt.

Ein 7,5-Tonner und eine Unterführung auf dem kürzesten Weg

Ein Messebauer lässt Standwände und Traversen mit einem 7,5-Tonner zu einem Messegelände in Innenstadtlage bringen. Der kürzeste Weg führt durch eine Unterführung, die niedriger ist als der Kofferaufbau. Ein Pkw-Navigationsgerät würde genau diese Strecke vorschlagen. Die LKW-Route umfährt sie und wird dadurch länger. Wer die Laufzeit mit dem Pkw-Routenplaner schätzt, plant beim Aufbautermin, einem Fixtermin, zu knapp.

Routenplanung, Kartenabfrage und Tourenplanung

Der Routenplaner für Pkw sucht die schnellste oder kürzeste Verbindung – Durchfahrtshöhen, Achslasten und Fahrverbote für LKW kennt er nicht. Im Güterverkehr meint der Begriff deshalb mehr als eine Kartenabfrage. Von der Tourenplanung unterscheidet sich die Routenplanung im Gegenstand: Die Tour ordnet Aufträge einem Fahrzeug zu und bringt sie in eine Reihenfolge, die Route beschreibt nur den Weg zwischen zwei Halten. Beides ist Teil der Disposition. Ein Milkrun wiederholt dieselbe Tour in festen Abständen, die LKW-Maut fließt als Kostenfaktor in die Streckenwahl ein.

Häufige Fragen zum Thema Routenplanung

Warum fährt ein LKW nicht die kürzeste Strecke?

Weil die kürzeste Strecke für ihn oft gar nicht befahrbar ist. Niedrige Unterführungen, Gewichtsgrenzen auf Brücken, Durchfahrtsverbote für schwere Fahrzeuge und Umweltzonen schließen viele direkte Wege aus. Dazu kommt, dass Autobahnen trotz größerer Entfernung oft schneller sind als Landstraßen mit Ortsdurchfahrten, Ampeln und Steigungen.

Lässt sich die Laufzeit aus der Entfernung berechnen?

Nur grob. Ein LKW fährt langsamer als ein Pkw, und ab einer bestimmten Gesamtmasse gelten Lenk- und Ruhezeiten mit Pflichtpausen. Hinzu kommen Fahrverbote am Wochenende, Staus an Knotenpunkten und Wartezeiten beim Be- und Entladen. Eine belastbare Laufzeit ergibt sich deshalb erst aus der geplanten Route, nicht aus der Kilometerzahl.

Spielt die LKW-Maut bei der Routenplanung eine Rolle?

Ja, als Kostenfaktor neben Zeit und Kraftstoff. In Deutschland ist die Maut für LKW mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse auf Autobahnen und Bundesstraßen fällig – ein Ausweichen von der Autobahn auf die Bundesstraße spart dort also keine Maut. In anderen Ländern unterscheiden sich Mautsysteme und bemautete Strecken, sodass die günstigste Route je nach Land anders verläuft.
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