Disposition bezeichnet in der Logistik die Zuordnung von Transportaufträgen zu Fahrzeugen, Fahrern, Wegen und Zeiten – und daneben die Abteilung, die diese Zuordnung verantwortet. In Psychologie und Finanzwesen steht das Wort für anderes; im Transportgeschäft geht es ausschließlich um die Steuerung laufender Transporte – um die Entscheidung also, welcher Auftrag wann auf welches Fahrzeug geht.
Ein Transportunternehmen teilt einen Auftrag nicht einmal ein, sondern bewertet ihn fortlaufend neu. Genau darin liegt die Arbeit.
Ein Fahrzeug füllt sich anders als gedacht, eine Ladestelle ist blockiert, ein Fahrer steht im Stau. Die Güte einer Disposition zeigt sich nicht am Morgenplan, sondern daran, wie schnell sie darauf reagiert und wen sie informiert. Wer über 7.500 Sendungen im Monat europaweit disponiert, plant dabei anders als ein Betrieb mit zwanzig eigenen LKW: Es geht weniger um Auslastung als um Verfügbarkeit zur richtigen Stunde.
Maße, Gewicht, Stapelbarkeit, Ladehilfsmittel und mögliche Zeiträume gehen unverändert in die Entscheidung ein. Fehlt eine Angabe oder ist sie geschätzt, entsteht daraus die falsche Fahrzeugklasse – und die fällt erst an der Ladestelle auf.
Ein Maschinenbauer lässt eine Vorrichtung zu einem Montageeinsatz bringen, angemeldet ist ein Anlieferfenster am Nachmittag. Am Vormittag meldet der Empfänger, dass der Wareneingang wegen einer Inventur erst am Folgetag öffnet. Geprüft werden daraufhin drei Dinge: ob das Fahrzeug bis dahin gebunden bleiben kann, ob ein anderes am Folgetag näher steht, und was eine Nacht Standzeit für den Auftrag bedeutet. Die Entscheidung fällt für den Wechsel auf ein Fahrzeug in der Nähe des Zielorts; die neue Ankunft geht an den Montageleiter, das erste Fahrzeug wird freigegeben. Der Termin hält, weil umgeplant wurde – nicht, weil der erste Plan gestimmt hätte.
Vier Begriffe liegen so dicht daran, dass sie regelmäßig vertauscht werden. Der Disponent meint den Menschen, der diese Arbeit erledigt – Disposition dagegen die Tätigkeit selbst und die Abteilung dahinter. Die Tourenplanung legt fest, in welcher Reihenfolge ein Fahrzeug mehrere Stopps anfährt, und ist damit ein Teilschritt. Die Routenplanung sitzt eine Ebene darunter: Sie sucht den Weg zwischen zwei Punkten und kennt weder Auftrag noch Termin. Das Zeitfenstermanagement gehört schließlich gar nicht zur Spedition, sondern zum Empfänger – er vergibt damit die Slots an seiner Rampe, die anschließend eingehalten werden müssen.
Sie ordnet jedem Auftrag ein Fahrzeug, eine Zeit und einen Weg zu und hält diese Zuordnung während der Ausführung aktuell. Dazu gehören die Prüfung der Auftragsdaten, die Auswahl der Fahrzeugklasse, die Abstimmung von Abhol- und Anlieferzeiten sowie das Umplanen bei Störungen.
Die Tourenplanung ist ein Ausschnitt davon. Sie beantwortet, in welcher Folge ein bestimmtes Fahrzeug seine Stopps abarbeitet, und arbeitet mit einer bereits getroffenen Zuordnung. Die Disposition entscheidet vorher, welche Aufträge überhaupt auf welches Fahrzeug gehen, und danach, was bei Abweichungen passiert. Fährt ein Fahrzeug nur einen Stopp an, bleibt von der Tourenplanung entsprechend nichts übrig.
Art der Ware, Gewicht, Außenmaße und Anzahl der Packstücke, die verwendeten Ladehilfsmittel, Angaben zur Stapelbarkeit sowie mögliche Abhol- und Anlieferzeiten. Dazu die Gegebenheiten vor Ort: Rampe oder ebenerdig, Hebebühne erforderlich, Ansprechpartner an beiden Adressen. Je genauer diese Angaben sind, desto seltener muss während der Ausführung nachgesteuert werden.