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FIATA

Was ist FIATA?

Die FIATA ist der internationale Dachverband der Spediteurorganisationen mit Sitz in Genf, gegründet 1926. Im Alltag begegnet sie einem Versender weniger als Verband, sondern über ihre standardisierten Speditionsdokumente – weltweit einheitlich aufgebaut, in der Rechtswirkung aber sehr verschieden. Wer eines dieser Papiere in der Hand hält, sollte wissen, welches.

FBL und FCR: was die Papiere jeweils leisten

Drei dieser Papiere sind gebräuchlich. Das FBL (FIATA Bill of Lading) deckt einen multimodalen Transport ab: Der Spediteur tritt darin als Beförderer auf und haftet entsprechend, die Ware wird nur gegen das Originaldokument herausgegeben. Das FCR (Forwarder’s Certificate of Receipt) bescheinigt ausschließlich, dass der Spediteur die Ware übernommen hat – handelbar ist es nicht. Das FWR (FIATA Warehouse Receipt) quittiert eine Einlagerung und ist kein Orderlagerschein. Der Unterschied entscheidet darüber, wer über die Ware verfügen kann: Ein FBL überträgt diese Verfügungsmacht, ein FCR nicht.

Ein FCR, das für eine Zahlungssicherung gehalten wird

Ein Zulieferer verkauft an einen Abnehmer außerhalb der EU und lässt die Ware beim Spediteur abholen. Er erhält ein FCR und hält es für die Absicherung seiner Zahlung. Tatsächlich bestätigt das Papier nur die Übernahme; verfügt wird weiter nach Weisung des Auftraggebers, und im Akkreditivgeschäft taugt es nur, wenn es dort ausdrücklich vorgesehen ist. Auffällig wird der Irrtum meist erst, wenn das Geld ausbleibt. Ein FBL hätte an dieser Stelle etwas anderes bewirkt: Es bindet die Herausgabe der Ware an das Originaldokument und macht den Spediteur zum Beförderer mit eigener Haftung.

FIATA, DSLV und CMR-Frachtbrief

Der DSLV vertritt die Branche national und gibt die ADSp heraus; die FIATA arbeitet international und setzt keine deutschen Geschäftsbedingungen. Der CMR-Frachtbrief beruht auf einem völkerrechtlichen Abkommen statt auf einem Verbandsstandard und ist kein Wertpapier. Das Konnossement aus der Seefracht war das Vorbild für das FBL. Im europäischen Straßentransport, wie zipmend ihn fährt, bleibt der CMR-Frachtbrief das maßgebliche Dokument – FIATA-Papiere trifft man vor allem dort, wo mehrere Verkehrsträger zusammenkommen. Ein FIATA-Dokument ersetzt den Frachtbrief im Straßentransport also nicht, es beantwortet eine andere Frage – nämlich die nach der Verfügungsmacht über die Ware.

Häufige Fragen zum Thema FIATA

Welche Dokumente gibt die FIATA heraus?

Am bekanntesten sind das FBL als Beförderungsdokument für multimodale Transporte, das FCT als Transportbescheinigung, das FCR als Übernahmebescheinigung und das FWR für eingelagerte Ware. Dazu kommt eine Erklärung des Versenders für Gefahrgut. Alle folgen einem einheitlichen Aufbau und sind an ihrer Farbgebung erkennbar.

Worin unterscheiden sich FBL und FCR?

Das FBL ist ein begebbares Beförderungsdokument: Wer das Original vorlegt, kann die Herausgabe der Ware verlangen, und der ausstellende Spediteur haftet für die Beförderung. Das FCR bestätigt lediglich den Empfang der Ware zur Versendung. Es ist kein Wertpapier und lässt sich nicht übertragen.

Wer darf FIATA-Dokumente ausstellen?

Nur Speditionen, die über ihren nationalen Verband dazu berechtigt sind – in Deutschland läuft das über den DSLV. Die Formulare werden nummeriert ausgegeben, damit sich jedes Papier einem Aussteller zuordnen lässt. Eine frei kopierte Vorlage ist entsprechend wertlos.

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