Just in Time (JIT) bezeichnet ein Beschaffungs- und Anlieferungsprinzip, bei dem Material zeit- und mengengenau zum Bedarfszeitpunkt eintrifft, statt auf Vorrat zu liegen. Der Bestand wandert damit aus dem Lager in den Verkehr. Entwickelt wurde das Prinzip in der Automobilfertigung; heute arbeiten Serienfertigungen vieler Branchen danach.
Was das Verfahren spart, ist schnell benannt: Lagerfläche, Kapitalbindung, Handling und das Risiko, dass Material veraltet, bevor es verbaut wird. Was es voraussetzt, wird seltener genannt – verlässliche Abrufe, kurze Wiederbeschaffungszeiten und eine Anlieferung, die ihr Zeitfenster trifft. Wer eine Just-in-time-Lieferung beauftragt, kauft deshalb keine Geschwindigkeit, sondern Taktgenauigkeit.
Das Risiko verschiebt sich mit. Ohne Puffer fängt nichts eine verspätete Anlieferung auf – dann steht die Linie. Der häufigste Denkfehler sitzt in der Kalkulation: Die Ersparnis wird gegen den Transportpreis gerechnet statt gegen die Kosten eines Bandstillstands. Wer so rechnet, wählt im Zweifel die günstigere Laufzeit und zahlt den Unterschied beim ersten Ausfall um ein Vielfaches zurück. Genau aus dieser Lücke entsteht der Bedarf an kurzfristigen Sonderfahrten.
In einem Automobilwerk laufen Sitzgarnituren nicht auf Vorrat ein, sondern im Takt der Montage: Der Zulieferer bekommt den Abruf wenige Stunden vor dem Verbau und liefert mehrmals täglich ans Band. Verzögert sich eine Anlieferung um eine Stunde, fehlt nicht irgendein Bestand – es fehlt genau das Teil, das als Nächstes montiert wird, und die Linie läuft leer. Deshalb hängt an solchen Abrufen eine eigene Notfallkette: Sobald ein Zulieferer seinen Termin reißt, geht die Nachlieferung nicht mehr über den regulären Weg, sondern per Direktfahrt an die Halle. Dasselbe Muster findet sich im Maschinenbau und in der Elektronikfertigung, überall dort, wo teure Bauteile nicht auf Lager liegen sollen.
Just in Sequence geht einen Schritt weiter: Dort trifft das Material nicht nur zur richtigen Zeit ein, sondern zusätzlich in der Reihenfolge des Verbaus – üblich bei Varianten wie Sitzen, Cockpits oder Türverkleidungen. Ersatzteillogistik greift dort, wo das Prinzip bereits gescheitert ist oder eine Maschine ungeplant ausfällt. Der Fixtermin ist die transportseitige Umsetzung: eine feste Zusage statt einer Zeitspanne. Produktionslogistik wiederum ist der Oberbegriff für die Steuerung des Materialflusses, zu der das Verfahren als eine Methode gehört. Eine Spedition kann den Takt organisieren; absichern lässt sich eine Lieferkette nur beim Kunden selbst – über zweite Bezugsquellen und Puffer an den kritischen Stellen.