Produktionslogistik ist die Planung, Steuerung und Kontrolle der innerbetrieblichen Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse. Sie beginnt, wo das Material den Wareneingang verlässt, und endet, wo das fertige Erzeugnis an den Versand übergeht – die Phase zwischen Beschaffungs- und Distributionslogistik. Ihr Gegenstand ist der Materialfluss im Werk.
Im Werk entscheidet sie, ob das richtige Teil rechtzeitig am Band steht. Bestände bleiben klein, Anlieferungen eng getaktet – das senkt gebundenes Kapital und macht die Fertigung empfindlich.
An der Werksgrenze bricht sie auf: Fehlt ein Teil, greift die interne Steuerung ins Leere, und aus einer innerbetrieblichen Aufgabe wird ein externer Auftrag. Solche Sonderfahrten fährt zipmend kurzfristig und direkt, ohne dass die Ware unterwegs umgeladen wird – damit lässt sich die Lücke überbrücken, bis die reguläre Versorgung greift.
In einem Zulieferwerk für Türmodule versorgt eine Kanban-Schleife die Vormontage aus einem Zwischenlager. Ein Qualitätsbefund sperrt eine ganze Charge Dichtungen, im Haus liegt kein Ersatz. Die Produktionslogistik kann den Fehlbestand nicht mehr ausgleichen, nur noch melden, wie lange die Linie durchhält. Den Rest löst eine Sonderfahrt vom Lieferanten, direkt an die Rampe der Vormontage.
Die Logistik ist der Oberbegriff: Die Beschaffung bringt Material ins Werk, die Produktionslogistik bewegt es darin, die Distribution zum Kunden. Just in Time ist keine Nachbardisziplin, sondern eine Methode innerhalb dieser Phase: Die Anlieferung folgt dem Takt der Fertigung, nicht dem Lagerbestand. Just in Sequence schärft das noch, indem es auch die Verbaufolge vorgibt. Die Sonderfahrt steht außerhalb: Sie springt ein, wenn die Versorgung reißt. Ein Logistikdienstleister kann Teile der Aufgabe übernehmen, ein reiner Transportdienstleister nicht.