Nachhaltige Logistik, auch Green Logistics, bezeichnet die Ausrichtung logistischer Prozesse auf einen möglichst geringen Ressourcen- und Emissionsverbrauch. Gemeint ist nicht eine einzelne Maßnahme, sondern die Summe aus Planung, Bündelung und Fahrzeugeinsatz – vom Auftragseingang bis zur Entladung beim Empfänger. Der Begriff umfasst ökologische wie wirtschaftliche Gesichtspunkte.
Wer einen Speditionstransport plant, entscheidet mehr als den Preis: Im Straßengütertransport liegt der wirksamste Hebel nicht beim Antrieb, sondern bei der Auslastung. Eine Fahrt, die leer zurückläuft, verbraucht fast so viel wie eine volle. Die wirksamen Maßnahmen setzen in der Disposition an – Ladungen bündeln, Leerfahrten vermeiden, Umwege aus der Tour nehmen. In der Buchung schlägt sich das nieder: Eine Teilladung nutzt Laderaum, der sonst leer mitfährt. Was dabei nicht mitgeliefert wird, ist eine Bilanz: zipmend rechnet Emissionen nicht aus und bietet keine Kompensation an.
Ein Zulieferer der Elektroindustrie versendet wöchentlich vier Paletten an denselben Abnehmer und bucht dafür jedes Mal ein Fahrzeug, das halb leer bleibt. Werden zwei Wochenmengen zusammengefasst, halbiert sich die Zahl der Fahrten bei gleicher Warenmenge. Der Effekt entsteht allein durch Bündelung – ohne neue Technik, ohne Zertifikat und ohne Zusatzkosten. Genau an dieser Stelle entscheidet die Disposition mehr als der Antrieb.
Die Leerfahrt ist das Gegenbild: Sie steht für genau den Verbrauch, den nachhaltige Logistik vermeiden will. Beiladung und Teilladung sind dagegen Buchungsformen, mit denen sich Laderaum teilen lässt – nachhaltige Logistik ist das Ziel, nicht die Transportart. Zur Logistik als Oberbegriff verhält sie sich als Bewertungsperspektive auf dieselben Abläufe, nicht als eigene Disziplin. Und Logistik 4.0 zielt auf Digitalisierung; hier ist der Maßstab der Ressourcenverbrauch.