Routenplanung bestimmt den Fahrweg, den ein Fahrzeug zwischen zwei oder mehreren festgelegten Punkten nimmt. Im Güterverkehr zählt dabei nicht allein die Entfernung: Fahrzeugmaße, Gewicht der Ladung, Durchfahrtsverbote und Termine entscheiden mit, welche Strecke überhaupt zulässig ist. Die Abfolge der Stopps legt vorher die Tourenplanung fest.
Ein LKW fährt nicht die kürzeste, sondern die zulässige Strecke. Beim LKW-Transport schränken Brücken mit begrenzter Durchfahrtshöhe, Gewichtsbeschränkungen, Umweltzonen, Wochenend- und Feiertagsfahrverbote sowie die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers die Wahl ein. Enge Zufahrten in Altstädten oder Anlieferzeiten an Gewerbegebieten kommen hinzu.
Für die Buchung folgt daraus: Die Laufzeit lässt sich nicht aus der Entfernung ablesen. Über dieselbe Distanz kommt eine Lieferung je nach Strecke, Pausen und Fahrverboten noch am selben Tag oder erst am nächsten an. Bei mehreren Abhol- und Zustelladressen summieren sich diese Grenzen für jeden Abschnitt.
Ein Messebauer lässt Standwände und Traversen mit einem 7,5-Tonner zu einem Messegelände in Innenstadtlage bringen. Der kürzeste Weg führt durch eine Unterführung, die niedriger ist als der Kofferaufbau. Ein Pkw-Navigationsgerät würde genau diese Strecke vorschlagen. Die LKW-Route umfährt sie und wird dadurch länger. Wer die Laufzeit mit dem Pkw-Routenplaner schätzt, plant beim Aufbautermin, einem Fixtermin, zu knapp.
Der Routenplaner für Pkw sucht die schnellste oder kürzeste Verbindung – Durchfahrtshöhen, Achslasten und Fahrverbote für LKW kennt er nicht. Im Güterverkehr meint der Begriff deshalb mehr als eine Kartenabfrage. Von der Tourenplanung unterscheidet sich die Routenplanung im Gegenstand: Die Tour ordnet Aufträge einem Fahrzeug zu und bringt sie in eine Reihenfolge, die Route beschreibt nur den Weg zwischen zwei Halten. Beides ist Teil der Disposition. Ein Milkrun wiederholt dieselbe Tour in festen Abständen, die LKW-Maut fließt als Kostenfaktor in die Streckenwahl ein.