zipmend Express - Kurierdienst und Spedition
TÜV Süd
zipmend Mitarbeiterin am Telefon beim Kundensupport
Mo-Fr 7-20 Uhr:
zipmend Mitarbeiterin am Telefon beim Kundensupport

Incoterm FCA

Was ist Incoterm FCA?

Incoterm FCA steht für „Free Carrier“ – frei Frachtführer. Der Verkäufer übergibt die Ware dem Frachtführer, den der Käufer benannt hat, und macht sie auf eigene Kosten zur Ausfuhr frei. Im europäischen Straßengüterverkehr ist FCA die praktisch wichtigste der elf Klauseln von Incoterms 2020.

Warum der Lieferort über den Gefahrübergang entscheidet

Bis zur Übergabe zahlt der Verkäufer: Verpackung, Warenprüfung, Ausfuhrabfertigung und den Vorlauf zum benannten Lieferort. Den Hauptlauf bucht und bezahlt die Gegenseite, meist über eine Spedition für internationale Transporte.

Der Gefahrübergang hängt davon ab, wo geliefert wird – das ist der Kern der Klausel. Liegt der Lieferort beim Verkäufer, gilt die Ware als übergeben, sobald sie auf dem vom Käufer gestellten Fahrzeug steht. Liegt er anderswo, etwa an einem Terminal, gilt sie als übergeben, sobald sie dort abladebereit auf dem Fahrzeug des Verkäufers bereitsteht; das Abladen gehört dann nicht mehr zu seiner Leistung.

Die Ausfuhranmeldung übernimmt der Verkäufer, die Einfuhr im Zielland der Empfänger.

Gussteile aus Tschechien, abgeholt mit der eigenen Spedition

Ein Automobilzulieferer kauft Gussteile in Tschechien und lässt sie mit der eigenen Spedition abholen – die Standardkonstellation im Straßengüterverkehr und der Grund, warum diese Klausel für Einkäufer so oft passt. Vereinbart ist „FCA Werk Brünn“: Sobald die Paletten auf dem LKW stehen, liegt die Gefahr beim Käufer, die Ausfuhrpapiere hat der Lieferant erledigt. Wäre stattdessen das Terminal als Lieferort benannt, verschöbe sich der Übergabepunkt um mehrere Stunden und eine Umschlagstufe – gleiche drei Buchstaben, anderes Risiko.

FCA gegen EXW, DAP und DDP

Incoterm EXW unterscheidet sich in zwei Punkten, die im Alltag zählen: Dort lädt der Verkäufer nicht und meldet nicht aus, hier tut er beides. Incoterm DAP verlegt den Gefahrübergang ans Ziel, Incoterm DDP nimmt die Einfuhrabgaben dazu – beide enden im Zielland, FCA endet im Ausfuhrland. Verwechslungsgefahr besteht mit CIP, frachtfrei versichert: Dort zahlt der Verkäufer den Transport weiter, obwohl das Risiko früh wechselt. Welche Fragen eine Handelsklausel gar nicht beantwortet, zeigt der Eintrag Incoterms.

Häufige Fragen zum Thema Incoterm FCA

Wo geht bei FCA die Gefahr über?

Am benannten Lieferort – und der entscheidet über den Zeitpunkt. Beim Verkäufer wechselt sie, sobald die Ware auf dem Fahrzeug des Abholers steht. An einem anderen Ort wechselt sie, sobald sie dort abladebereit bereitgestellt ist. Das Abladen selbst zählt nicht mehr dazu.

Wer übernimmt bei FCA die Ausfuhranmeldung?

Der Verkäufer. Er macht die Ware auf eigene Kosten frei und stellt die Papiere bereit; um die Einfuhr im Zielland kümmert sich der Käufer. Genau darin liegt der praktische Vorteil gegenüber der Abholklausel EXW, bei der beide Schritte auf der Käuferseite liegen.

Wann ist FCA die richtige Wahl?

Wenn der Käufer den Transport organisiert, die Ware aber beim Lieferanten abgeholt und ausgeführt werden soll. Das ist der Regelfall im europäischen Straßengüterverkehr. Wichtig ist allein, den Übergabeort exakt zu benennen – sonst bleibt offen, wann die Gefahr wechselt. Bei weitläufigen Werken gehört das konkrete Tor mit in die Angabe.
Hilfe & Tools von zipmend Express

Verwandte Themen

© All rights reserved
cross