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Incoterm DAP

Was ist Incoterm DAP?

DAP steht für „Delivered at Place“ – geliefert benannter Bestimmungsort. Nach den Incoterms 2020 trägt der Verkäufer Kosten und Gefahr bis zu diesem Ort und übergibt die Ware dort entladebereit auf dem ankommenden Beförderungsmittel. Abladen und Einfuhrverzollung bleiben Sache des Käufers.

Wer bis wohin zahlt und wer anmeldet

Bezahlt werden vom Verkäufer alle Kosten bis zum benannten Ort: Vorlauf, Hauptlauf und die Ausfuhrabfertigung – bei internationalen Transporten also fast die gesamte Strecke. Beim Zoll teilt sich die Klausel: Die Ausfuhr meldet der Verkäufer an, Einfuhranmeldung und Einfuhrabgaben trägt der Käufer.

Der Gefahrübergang ist der Punkt, an dem es klemmt: Er liegt am vereinbarten Ort in dem Moment, in dem die Ware entladebereit auf dem Fahrzeug steht – nicht erst, wenn sie unten ist. Fehlt dort ein Entladegerät, laufen Wartezeit und Risiko beim Käufer. Je genauer die Adresse im Vertrag steht, desto weniger bleibt hinterher zu klären.

Fertigungszelle in Norwegen: entladen erst am Folgetag

Ein Anlagenbauer verkauft eine Fertigungszelle DAP Werkstor nach Norwegen. Der Empfang ist quittiert, die Kiste steht noch oben auf dem Fahrzeug – abgeladen wird sie nicht, weil der Hallenkran erst am Folgetag frei ist. Gleichzeitig liegt die Einfuhranmeldung unbearbeitet, weil sie beim Abnehmer niemand beauftragt hat, der sich zuständig fühlte. Das Fahrzeug bindet einen weiteren Tag, obwohl die vertragliche Pflicht des Verkäufers längst erfüllt ist. Beide Missverständnisse haben dieselbe Wurzel: Geliefert heißt hier weder verzollt noch abgeladen.

DAP gegen DDP und DPU

DDP geht einen Schritt weiter – dort übernimmt der Verkäufer zusätzlich Einfuhranmeldung und Einfuhrabgaben. DPU liegt dazwischen: gleiche Reichweite, aber der Verkäufer entlädt selbst; genau daran scheiden sich die beiden Klauseln, und deshalb steht DPU in der Fassung 2020 hinter DAP. Incoterm FCA und Incoterm EXW drehen das Bild um, weil das Risiko schon im Ausfuhrland wechselt – bei FCA, sobald der Frachtführer die Ware übernimmt, bei EXW bereits auf dem Werksgelände. Geregelt sind dabei stets nur Kosten, Gefahr und Pflichten, nicht der Eigentumsübergang.

Häufige Fragen zum Thema Incoterm DAP

Wer zahlt bei DAP die Einfuhrabgaben?

Der Käufer. Er meldet die Ware zur Einfuhr an und trägt Zoll sowie Einfuhrumsatzsteuer. Der Verkäufer kümmert sich um die Ausfuhrseite und um den Transport bis zum benannten Ort. Wer das übersieht, hat eine Sendung im Bestimmungsland, die niemand angemeldet hat.

Wer entlädt bei DAP?

Der Käufer. Die Ware wird ihm entladebereit auf dem ankommenden Beförderungsmittel zur Verfügung gestellt, damit endet die Pflicht des Verkäufers. Passendes Gerät und Personal müssen also am Zielort bereitstehen. Fehlen sie, blockiert das Fahrzeug, und die Wartezeit geht zulasten des Käufers.

Was ist der Unterschied zwischen DAP und DDP?

Die Einfuhrseite. Beide Klauseln bringen die Ware bis zum benannten Bestimmungsort, und bei beiden wird sie dort nicht abgeladen. Bei DAP verzollt der Käufer die Einfuhr, bei DDP der Verkäufer, der dann auch die Abgaben trägt. DDP ist damit die weitreichendste Verpflichtung der Incoterms 2020.

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