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Spanngurt

Was ist ein Spanngurt?

Ein Spanngurt ist ein Gurtband mit Spannelement, mit dem Ladung auf der Ladefläche fixiert wird; im Transport heißt er meist Zurrgurt. Er besteht aus Gewebeband, einer Ratsche und je nach Bauart aus Endbeschlägen und zählt zu den gebräuchlichsten Zurrmitteln im Straßengüterverkehr.

Nicht das Festziehen entscheidet, sondern die Methode

Ein Gurt sichert nicht durch Festziehen, sondern durch die passende Methode. Niederzurren presst die Ladung nach unten und wirkt über die Reibung zur Ladefläche – hier bringt eine Antirutschmatte oft mehr als ein weiterer Gurt. Direktzurren verbindet die Ladung dagegen unmittelbar mit Zurrpunkten und hält sie in der gesicherten Richtung fest. Der häufigste Fehler liegt dazwischen: Wer nur kräftig spannt, hat die Reibung nicht erhöht und überschätzt die Vorspannkraft, die im Band tatsächlich ankommt. Kantenschutz führt diese Kraft um scharfe Kanten und schont Band wie Ware.

Lackierte Stahlrahmen, Gurte ohne Kantenschutz

Ein Metallbaubetrieb lässt lackierte Stahlrahmen auf zwei Paletten abholen. Die Gurte sitzen stramm, über die scharfen Profilkanten läuft das Band jedoch ungeschützt. Am Ziel sind die Kanten im Lack durchgescheuert, ein Band ist angerissen, und die Rahmen haben sich um eine Handbreit verschoben. Antirutschmatten unter der Ware und Kantenschutz an den vier Auflagepunkten hätten beides verhindert.

Spanngurt, Ladungssicherung und VDI 2700

Der Spanngurt ist ein Mittel, keine Methode. Was gesichert werden muss und wer dafür einsteht, klärt die Ladungssicherung; Anforderungen, Prüfverfahren und Zahlenwerte gehören zur Ladungssicherung nach VDI 2700. Antirutschmatte, Kette, Kantenschutz und Sperrbalken stehen gleichrangig daneben und werden meist kombiniert. Vom Lademittel trennt ihn die Aufgabe: Eine Palette trägt die Ware, der Gurt hält sie fest. Bei offener Ladung mit Überhang wird er zum wichtigsten Sicherungsmittel überhaupt.

Häufige Fragen zum Thema Spanngurt

Was ist der Unterschied zwischen Niederzurren und Direktzurren?

Niederzurren drückt die Ladung auf die Ladefläche; gehalten wird sie durch Reibung, das Band selbst nimmt keine Kraft in Fahrtrichtung auf. Direktzurren verbindet die Ladung über Zurrpunkte unmittelbar mit dem Fahrzeug und hält sie in der gesicherten Richtung. In der Praxis werden beide Verfahren häufig kombiniert.

Wie viele Zurrgurte brauche ich?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Maßgeblich sind Gewicht und Schwerpunkt der Ladung, der Reibbeiwert zwischen Ware und Ladefläche, die gewählte Zurrmethode, der Winkel, in dem das Band verläuft, und die zulässige Vorspannkraft der Gurte. Aus diesen Größen wird die nötige Sicherung berechnet – geschätzt wird sie nicht.

Wann muss ein Spanngurt ausgetauscht werden?

Sobald das Gewebeband Einschnitte, Risse oder Scheuerstellen zeigt, Garne gerissen sind, eine Naht beschädigt ist oder das Etikett mit der Kennzeichnung fehlt. Auch verformte, angerissene oder stark korrodierte Ratschen und Endbeschläge schließen den Gurt aus. Beschädigte Zurrmittel werden ersetzt, nicht ausgebessert.

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