Stückgut bezeichnet die Ware: einzeln handhabbare Sendungen, meist Paletten, Kisten oder Gitterboxen, die zusammen keine ganze Ladung füllen. Sammelgut bezeichnet das Verfahren: die Bündelung solcher Sendungen mehrerer Versender über Umschlagpunkte. Das eine ist das Was, das andere das Wie – Synonyme sind sie nicht, auch wenn der Sprachgebrauch sie vermischt.
Ein Sammelgutnetz arbeitet in drei Schritten, und jeder davon kostet Zeit – darin liegt der Unterschied zur LKW-Teilladung, bei der die Ware durchläuft. Im Vorlauf sammelt ein Fahrzeug die Sendungen einer Region ein und bringt sie in ein Umschlaglager. Im Hauptlauf fahren die gebündelten Sendungen als Ladung zum Umschlaglager der Zielregion. Im Nachlauf verteilt ein Fahrzeug sie an die Empfänger. Jeder Umschlag bedeutet außerdem, dass die Ware angefasst, umgesetzt und neu gesichert wird.
Daraus folgt der Preisvorteil: Weil sich viele Versender einen Hauptlauf teilen, ist Sammelgut günstig. Bezahlt wird das mit Laufzeit und Handling – ab einer gewissen Empfindlichkeit oder Sendungsgröße rechnet sich der direkte Weg trotzdem besser. zipmend bietet kein Sammelgut an.
Ein Zulieferer aus der Elektrotechnik verschickt sechs Paletten Schaltschränke an ein Werk in Ostfrankreich. Im Sammelgutnetz wären zwei Umschläge fällig, die Ware würde zweimal umgesetzt – bei lackierten Gehäusen ein reales Risiko –, und die Laufzeit läge bei mehreren Tagen. Als Teilladung bleibt dieselbe Ware vom Beladen bis zum Abladen auf dem Fahrzeug, der Termin ist planbar. Bei unempfindlicher Ware ohne Termindruck kippt die Rechnung: Dann gewinnt das Sammelgutnetz über den Preis, und die zusätzlichen Tage fallen nicht ins Gewicht. Die Entscheidung hängt also an drei Größen – Empfindlichkeit der Ware, Termindruck und Sendungsgröße.
Die Teilladung kombiniert wenige größere Aufträge in einem LKW, ohne sie über Umschlaglager zu führen; die Komplettladung nutzt das Fahrzeug allein für einen Auftrag. Beiladung beschreibt dasselbe Prinzip aus Sicht der Ware, die auf freien Platz kommt. Die Direktfahrt ist der Gegenentwurf: ein Fahrzeug, eine Ware, kein Zwischenstopp im Lager. Umschlag ist der Arbeitsschritt, der ein solches Netz überhaupt möglich macht. Lademeter ist die Recheneinheit für die Bepreisung, und KEP deckt die Stufe darunter ab – einzelne Pakete statt Paletten, mit eigenem Netz und eigenen Laufzeiten.
Stückgut ist die Ware, Sammelgut das Verfahren. Stückgut meint einzeln handhabbare Sendungen unterhalb einer vollen Ladung; Sammelgut beschreibt, wie mehrere davon über Umschlagpunkte gebündelt und wieder verteilt werden. Im Alltag werden beide Wörter durcheinander benutzt, was die Begriffe unscharf macht.
Der Umschlag. Stückgut läuft über Lager, eine Teilladung nicht: Dort teilen sich wenige Aufträge ein Fahrzeug, und die Ladung wird zwischen Beladung und Abladung nicht angefasst. Das kostet mehr als Sammelgut, verkürzt aber die Laufzeit spürbar und schont empfindliche Güter, weil jede Umschlaghandlung entfällt.
Sammelgut lohnt sich bei robuster Ware, wenn der Termin Luft hat und der Preis entscheidet. Eine Teilladung lohnt sich, sobald Umschlaghandlungen zum Risiko werden, ein Termin gehalten werden muss oder die Menge so groß ist, dass der Preisvorteil des Netzes zusammenschmilzt.