Umschlag ist jeder Wechsel des Transportguts zwischen Fahrzeugen, Ladeeinheiten oder Lagerplätzen – innerhalb desselben Verkehrsträgers ebenso wie zwischen zweien. Der häufigste Fall im Straßengüterverkehr ist die Umladung von LKW auf LKW in einem Sammelgutnetz. Zusammen mit Transport und Lagern bildet der Umschlag die drei logistischen Grundprozesse, abgekürzt TUL.
Jede Umladung ist ein Handling, und jedes Handling ist eine Gelegenheit für Beschädigung, Fehlleitung und Verzögerung. Das ist keine Wertung, sondern der Grund, warum es Direktverkehre gibt: zipmend fährt Aufträge ohne Umladung von der Abhol- zur Zustelladresse. Nötig wird der Umschlag überall dort, wo Sendungen gebündelt werden – im Umschlagzentrum einer Spedition, beim Cross-Docking ohne Zwischenlagerung, im Hafen, am Terminal des kombinierten Verkehrs. Und er ist der Preis für diese Bündelung: Sie ist der Grund, warum ein Sammelgutversand weniger kostet als ein eigenes Fahrzeug.
Ein Hersteller von Prüfgeräten verschickt drei Packstücke an ein Labor in Süddeutschland. Über ein Sammelgutnetz laufen sie vom Abholfahrzeug in die Eingangssortierung, von dort auf den Fernverkehrslauf, in der Zielregion erneut auf ein Verteilfahrzeug – drei Umladungen, bevor die Ware ankommt. Beim zweiten davon rutscht eine Kiste vom Stapel, und der Schaden fällt erst beim Empfänger auf. Genau solche Fälle sind der Grund, warum empfindliche oder terminkritische Ware ohne Umschlag befördert wird.
In der TUL-Ordnung ist der Transport die Ortsveränderung und der Umschlag das Bindeglied zwischen zwei Transporten oder zwischen Transport und Lager. Die Verladung meint dagegen nur den Vorgang an einem Fahrzeug – Beladen oder Entladen –, während der Umschlag beides als Wechsel zusammenfasst. Stückgut benennt die einzelne Sendung, Sammelgut deren Bündelung über Umschlagpunkte – beides bietet zipmend nicht an; ohne Umladung läuft der Auftrag im Kurierbereich als Direktfahrt, per LKW als Teil- oder Komplettladung. Cross-Docking ist der Umschlag ohne Lagerung, und der Transportschaden ist die Folge, die am Umschlagpunkt am häufigsten entsteht.
Gemeint ist der Vorgang, bei dem Ware das Transportmittel oder den Ladeplatz wechselt – manuell, mit Flurförderzeugen oder automatisiert. Der Ort dafür heißt Umschlagpunkt; große Anlagen einer Spedition nennt man Umschlagzentrum. Neben Transport und Lagern zählt der Umschlag zu den drei Grundprozessen der Logistik.
In der Regel zwei- bis viermal: bei der Eingangssortierung im Abgangsterminal, gegebenenfalls an einem Zwischenhub, bei der Ausgangssortierung in der Zielregion und beim Wechsel auf das Verteilfahrzeug. Die genaue Zahl hängt vom Netz und von der Entfernung ab – je weiter die Strecke, desto mehr Knoten liegen dazwischen.
Weil das Fahrzeug ausschließlich für einen Auftrag unterwegs ist. Beladen wird einmal beim Versender, entladen einmal beim Empfänger – dazwischen liegt kein Terminal, keine Sortierung und kein zweites Fahrzeug. Damit entfallen die Handlings, an denen sonst Beschädigungen und Fehlleitungen entstehen; dafür trägt der Auftrag das Fahrzeug allein.