Eine Transportpalette ist ein flacher Ladungsträger, auf dem Ware zu einer Einheit gebündelt und mit Gabelstapler oder Hubwagen bewegt wird. Es gibt sie genormt, etwa als Europalette, und ungenormt als Einwegpalette. Im Alltag heißt sie meist einfach Palette – gemeint ist dann fast immer die Europalette.
Ware auf einer Palette wird nicht mehr Karton für Karton angefasst, sondern als Ganzes geladen, gelagert und gezählt. Den eigentlichen Wert bringt erst die Normung: Nur eine genormte Palette lässt sich durch ein gleichwertiges Stück ersetzen – deshalb muss niemand seinen Paletten hinterherfahren. Wer Europaletten per Spedition verschickt, hängt an genau diesem System. Der häufigste Denkfehler: Jede Palette gilt als Tauschware. Wer auf Einwegpaletten versendet, bekommt keine zurück und sollte den Ersatz einkalkulieren; wer genormte Paletten nutzt, muss für den Tausch selbst einwandfreie bereitstellen.
Die Europalette misst 1.200 × 800 × 144 Millimeter und wiegt rund 25 Kilogramm. Als Tragfähigkeit gelten 1.500 Kilogramm bei gleichmäßig verteilter Last. Eine Zahl ohne Belastungsart führt allerdings in die Irre: Im Stapel auf festem, ebenem Boden verträgt die unterste Palette bis zu 5.500 Kilogramm Auflast, für Regal- oder Punktlast gelten eigene Werte.
Ein Getränkeabfüller beliefert einen Großhändler seit Jahren auf Europaletten, getauscht wird Zug um Zug an der Rampe. Für eine Aktionsware stellt der Abfüller auf Einwegpaletten um – an der Rampe bleibt aber alles beim Alten: Für jede volle Palette wandert eine leere Europalette auf den LKW. Nach einigen Wochen fehlen dem Großhändler Dutzende Europaletten, für die er nie eine erhalten hat. Der Ausgleich wird zur Verhandlungssache. Hätte der Lieferschein die Palettenart genannt, wäre der Irrtum schon beim ersten Entladen aufgefallen.
Die Transportpalette ist der Gegenstand, der Palettentausch das Regelwerk für ihn: eine Absprache, genormte Paletten bei der Übergabe durch gleichwertige derselben Bauart zu ersetzen – einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Eine Gitterbox wirkt wie eine Palette mit Wänden, ist aber ein eigener Ladungsträger nach UIC-Norm und wird nur gegen Gitterboxen getauscht. Beide fallen unter den Oberbegriff Lademittel. Die beladene Palette bildet ein Packstück; wie viel Ladefläche sie belegt, rechnet der Lademeter. Hubwagen und Gabelstapler sind die Geräte, für die sie gebaut ist – ihre Einfahröffnungen geben die Bauform vor.
Ihre Grundfläche beträgt 120 × 80 Zentimeter, die Höhe 14,4 Zentimeter. Festgelegt ist das Maß über EPAL und die UIC-Norm, deshalb passt eine Europalette in jedes Regal, das darauf ausgelegt ist. Wer von Palettenstellplätzen spricht, meint fast immer genau diese Fläche – andere Palettengrößen werden darauf umgerechnet.
Die Breite: Die Industriepalette misst 120 × 100 Zentimeter, die Europalette 120 × 80. Beide sind genormt, doch die zusätzlichen 20 Zentimeter verändern Stellfläche und Stapelbild. Beim Tausch gelten sie als verschiedene Arten – wer Industriepaletten abgibt, bekommt Industriepaletten zurück. Im Auftrag gehört deshalb immer die genaue Bezeichnung angegeben.
Bei gleichmäßig verteilter Last trägt die einzelne Palette 1.500 Kilogramm. Stehen beladene Paletten übereinander, darf die unterste laut EPAL bis zu 5.500 Kilogramm tragen – vorausgesetzt, der Untergrund ist fest und eben. Beschädigte oder schlecht reparierte Exemplare erreichen diese Werte nicht mehr. Für Regallager gibt der Betreiber eigene Grenzen vor, die meist niedriger liegen.