Ein Kastenwagen ist ein Nutzfahrzeug, dessen Laderaum fest in die Karosserie integriert und nach allen Seiten geschlossen ist. Beladen wird er über das Heck, kleinere Modelle zusätzlich über eine seitliche Schiebetür. Im Transportgewerbe benennt der Begriff diese Aufbauform – in der Freizeitbranche dagegen einen Wohnmobiltyp auf demselben Fahrgestell.
Im Kurierverkehr fährt der größte Teil aller Sendungen in dieser Bauform; bei einem Sprinter-Transport ist sie der Standard. Die feste Hülle hält Witterung und fremden Zugriff ab, ohne dass die Ware gesondert geschützt werden muss – für Ersatzteile, Elektronik, Laborproben oder einzelne Paletten genügt das.
Für die Buchung zählt vor allem, was fehlt. Eine Hebebühne gibt es nicht, eine zur Seite zu öffnende Wand ebenso wenig. Verladen wird von Hand oder mit dem Hubwagen. Ist ein Packstück zu schwer zum Tragen und steht vor Ort weder Rampe noch Stapler bereit, führt die Fahrzeugwahl zu einem Aufbau mit Ladebordwand. Maße und Gewicht gehören deshalb vollständig in den Auftrag.
Ein Messebauer lässt vier Kartons Standtechnik und einen Rollcontainer aus der Werkstatt zum Messegelände bringen, zusammen rund 300 Kilogramm, nichts davon unhandlich. Die Ware steht trocken und verschlossen, die Halle hat eine Rampe, entladen wird von Hand – für diese Sendung ist die Bauform genau richtig. Käme ein zwei Meter langes Bühnenelement dazu, änderte sich die Rechnung: Es passt durch keine Hecktür und verlangt einen offenen oder seitlich zugänglichen Aufbau.
Umgangssprachlich meinen Transporter und Kastenwagen dasselbe, fachlich nicht: Transporter benennt die Fahrzeugklasse bis 3,5 Tonnen, Kastenwagen die Bauweise ihres Laderaums. Beim Kofferaufbau – der häufigsten Verwechslung – sitzt ein eigenständiger Kasten auf dem Fahrgestell, statt Teil der Karosserie zu sein. Der Planensprinter tauscht die starren Wände gegen eine Plane und wird dadurch auch von der Seite und von oben zugänglich. Heckbeladung schließlich beschreibt nicht das Fahrzeug, sondern den Weg, auf dem die Ware hineinkommt.
Der Kastenwagen trägt seinen Laderaum in der Karosserie – Fahrerhaus und Ladeteil sind ein Stück. Ein Kofferaufbau dagegen ist ein eigener Kasten, den ein Fahrgestell trägt, und fällt dadurch meist größer und höher aus. Beim Verladen macht das wenig Unterschied, weil auch der Koffer nur vom Heck aus zugänglich ist.
Je nach Größe des Fahrzeugs sind es zwei bis fünf Europaletten. Entscheidend ist selten die Grundfläche allein, sondern die Innenhöhe und die Frage, ob gestapelt werden darf. Bei nicht stapelbarer Ware bestimmt die Stellfläche die Grenze, und der Auftrag braucht früher ein größeres Fahrzeug als gedacht.
Nein, gemeint sind zwei verschiedene Dinge mit demselben Namen. In der Freizeitbranche bezeichnet Kastenwagen ein kompaktes Wohnmobil, das auf einem serienmäßigen Fahrgestell ausgebaut wird und ohne angesetzten Wohnkörper auskommt. In der Logistik meint der Begriff ausschließlich die Aufbauform eines Nutzfahrzeugs mit geschlossenem Laderaum.