Logistik 4.0 überträgt die Ideen der Industrie 4.0 auf die Transportkette: Vernetzung der Beteiligten, Daten in Echtzeit, automatisierte Abläufe statt telefonischer Abstimmung. Der Begriff bezeichnet keine einzelne Technik, sondern die Richtung, in die sich Buchung, Disposition und Sendungsverfolgung seit Jahren entwickeln.
Angekommen ist davon vor allem, was den Auftrag selbst betrifft: Buchung im Netz mit sofortigem Fixpreis, digitale Sendungsverfolgung, EDI-Anbindung an das eigene Warenwirtschaftssystem, elektronische Ablieferungsnachweise. Bei zipmend, einer digitalen Spedition, ist ein Transportnetzwerk von über 90.000 Fahrzeugen auf genau diesem Weg buchbar. Nicht angekommen ist der Rest des Versprechens: autonome Fahrzeuge im Fernverkehr, durchgängig vernetzte Lieferketten über alle Beteiligten hinweg, Netzwerke, die sich selbst optimieren. Die Trennung lohnt sich, bevor ein Anbieter nach seinem Digitalisierungsgrad beurteilt wird: Entscheidend ist, was ohne Rückfrage funktioniert.
Ein Zulieferer der Elektroindustrie legt Aufträge nicht mehr per E-Mail an, sondern übergibt sie aus dem Warenwirtschaftssystem über eine Schnittstelle. Preis und Termin stehen sofort fest, der Status läuft automatisch in die eigene Auftragsmaske zurück, der Empfangsnachweis kommt digital. Was dabei nicht automatisch geschieht: Fällt ein Fahrzeug aus, entscheidet weiterhin ein Mensch, welche Sendung Vorrang bekommt. Der Gewinn liegt in der Routine, nicht im Ausnahmefall.
Die digitale Spedition ist die konkrete Ausprägung dieser Entwicklung: ein Unternehmen, dessen Auftragsprozess vollständig digital läuft. Die EDI-Schnittstelle ist einer ihrer technischen Bausteine, nicht das Konzept selbst. Telematik liefert Fahrzeug- und Fahrdaten, das im Markt gängige GPS-Tracking die reinen Positionsdaten dazu, und ein Transportmanagementsystem verarbeitet beides zu Planung und Abrechnung weiter. Der Sammelbegriff darüber bleibt ohne diese Bausteine leer: Er beschreibt eine Entwicklung, aber keine Leistung, die sich beauftragen ließe.