Ein Transportmanagementsystem, kurz TMS, ist eine Software, mit der Transporte geplant, gesteuert und abgerechnet werden. Sie bündelt Aufträge, Fahrzeuge, Termine und Kosten in einem Datenbestand, statt sie auf Tabellen, Postfächer und Zurufe zu verteilen. Eingesetzt wird ein TMS vor allem dort, wo Transporte täglich und in Menge anfallen – bei Speditionen, Frachtführern und größeren Versendern.
Typisch sind vier Funktionsblöcke: Auftragserfassung, Disposition, Sendungsverfolgung und Frachtabrechnung. zipmend arbeitet mit eigener Software und einem durchgängigen Online-Buchungsprozess: Auftragsdaten werden einmal erfasst, und Statusmeldungen laufen automatisch zurück. Für den Versender ist ohnehin weniger entscheidend, ob sein Dienstleister ein solches System betreibt – das tun praktisch alle –, sondern ob er selbst daran andocken kann. Genau dort liegt der praktische Nutzen: über eine Datenschnittstelle zum eigenen ERP oder einen Online-Auftrag wandern Adressen, Maße und Referenzen direkt in das System des Dienstleisters, statt abgetippt zu werden.
Ein Zulieferer der Medizintechnik versendet täglich rund zwanzig Aufträge an Kliniken und Händler. Bis zur Anbindung tippte die Versandabteilung jede Adresse zweimal – einmal ins eigene Warenwirtschaftssystem, einmal in das Formular des Dienstleisters. Seit die Auftragsdaten aus dem ERP übergeben werden, entfällt die zweite Erfassung, und Zahlendreher in Postleitzahlen und Gewichten hören auf. Der Gewinn liegt nicht in der Geschwindigkeit der Software, sondern darin, dass eine Fehlerquelle verschwindet.
Die häufigste Verwechslung ist das Lagerverwaltungssystem (WMS): Es steuert Bestände und Kommissionierung in der Halle, das TMS alles ab der Rampe. Disposition und Tourenplanung sind die Aufgaben, die darin abgebildet werden, die Telematik liefert die Fahrzeugdaten, die Sendungsverfolgung die Sicht des Kunden, die EDI-Schnittstelle den Weg hinein. Zu Logistik 4.0 und digitaler Spedition verhält sich ein TMS als Werkzeug, nicht als Geschäftsmodell. Und es plant nicht selbst: Wer bei einem Ausfall welches Fahrzeug umlegt, entscheidet ein Disponent – bei zipmend der Transportmanager, der den Auftrag begleitet.
Es führt die Daten eines Transports an einer Stelle zusammen: Auftrag, Fahrzeug, Termine, Status und Abrechnung. Aus dieser Basis entstehen Frachtpapiere, Statusmeldungen und Auswertungen, ohne dass jemand dieselbe Angabe mehrfach einträgt. Die Entscheidungen im Tagesgeschäft trifft weiterhin die Disposition – das System liefert ihr die Grundlage.
Das Transportmanagementsystem beginnt dort, wo die Ware das Lager verlässt, und endet mit der Zustellung und der Abrechnung. Das Lagerverwaltungssystem arbeitet innerhalb des Lagers: Einlagern, Bestand führen, kommissionieren, bereitstellen. Große Betriebe betreiben beides und lassen die Systeme an der Rampe Daten austauschen.
In den meisten Fällen nicht. Wer wenige Transporte im Monat beauftragt, fährt mit der Online-Buchung seines Dienstleisters schneller als mit einem eigenen System. Lohnend wird es erst bei täglichem Versand über mehrere Dienstleister hinweg, wenn Ausschreibung, Kostenkontrolle und Auswertung zusammenlaufen sollen. Dazwischen liegt die Anbindung an ein fremdes System.