Der Begriff offene Ladung hat zwei Bedeutungen. In der Disposition ist es eine Fracht, für die noch kein Laderaum gefunden ist und die deshalb offen im System steht. Umgangssprachlich meint er das Gegenteil eines geschlossenen Transports: Ladung auf einem offenen Fahrzeug – Pritsche oder Tieflader, ohne Koffer und ohne Plane.
In der Disposition ist eine offene Ladung ein Arbeitsvorrat: Solange kein Fahrzeug für den LKW-Transport zugeteilt ist, steht der Liefertermin unter Vorbehalt. Mit näher rückendem Abholtag wird die Zuteilung teurer – kurzfristig freier Laderaum ist knapper als geplanter.
Bei der zweiten Lesart entsteht der häufigste Irrtum: Wer offen transportiert, spare sich Aufwand. Das Gegenteil trifft zu. Ein offener Aufbau verlangt mehr Ladungssicherung, nicht weniger, denn Plane und Kofferwand halten zwar nichts, verdecken aber auch nichts. Auf der Pritsche wird jeder Sicherungsfehler sichtbar und jede Witterung wirksam.
Ein Metallbaubetrieb braucht zwölf Meter lange Stahlträger auf einer Baustelle. Unter eine Plane passen sie nicht, also fährt die Ware auf einem offenen Aufbau. Vor der Abfahrt werden die Träger einzeln verzurrt und gegen Verrutschen abgekantet, weil sie beim Bremsen sonst nach vorn schieben. Regen ist hier unkritisch, ein unbeaufsichtigter Zwischenstopp dagegen schon – die Tour wird deshalb ohne Übernachtung geplant.
Ladungssicherung ist die Antwort auf die zweite Lesart, nicht ihr Gegensatz – offen heißt ungeschützt, nicht ungesichert. Pritsche und Tieflader sind die Fahrzeuge, auf denen offen transportiert wird, Schiebeplanenaufbau und Kofferaufbau die geschlossenen Gegenstücke. In der ersten Lesart gehört der Begriff zur Disposition: Dort wartet eine offene Ladung noch auf ein Fahrzeug. Am Markt werden solche Ladungen über eine Frachtenbörse angeboten; zipmend arbeitet ohne dieses Instrument.