Ein Tieflader ist ein Auflieger oder Anhänger, dessen Ladefläche deutlich tiefer liegt als bei einem Standardfahrzeug. Er nimmt hohe oder schwere Einzelstücke auf, die auf regulärer Ladehöhe das zulässige Gesamtmaß sprengen würden. Im Güterverkehr ist damit immer der Schwerlastauflieger gemeint – nicht der gleichnamige Pkw-Anhänger mit abgesenkter Ladefläche.
Die Absenkung hat einen einzigen Zweck: Höhe gewinnen. Was das Fahrzeug an Bauhöhe aufgibt, darf die Ladung dazugewinnen – und daran hängt, ob ein Gespann unter Brücken und Unterführungen hindurchkommt. Typische Werte je nach Bauart und Hersteller: rund 85 bis 95 Zentimeter Ladehöhe beim Semitieflader, etwa 30 bis 50 Zentimeter beim Tiefbett mit abnehmbarem Schwanenhals.
Was die Bauform kostet, steht selten im Angebot: wenig Bodenfreiheit, heikle Auffahrwinkel an Rampen und Bahnübergängen, enge Zufahrten. Reicht der Höhengewinn nicht, wird die Fahrt genehmigungspflichtig – dann bestimmt die Strecke den Termin.
Ein Anlagenbauer verlädt einen fertig montierten Trocknungsturm von knapp drei Metern Höhe. Auf einem Standardauflieger überschritte er zusammen mit der Fahrzeughöhe das zulässige Maß; auf dem Tieflader bleibt er darunter, und der Turm muss nicht zerlegt werden. Das erspart Demontage und Wiederinbetriebnahme beim Empfänger, kostet aber Vorlauf für Fahrzeugstellung und Streckenprüfung. Auflieger dieser Bauart führt zipmend nicht im Standardangebot; Transporte dieser Größenordnung werden einzeln geplant.
Höhe lässt sich auf drei Wegen gewinnen, und die Wege schließen einander aus:
Der Sattelzug benennt dabei die Zugkombination, der Tieflader eine Bauform des Aufliegers darin. Bleibt ein Maß trotzdem überschritten, wird daraus ein Schwertransport mit Großraum- und Schwertransportgenehmigung. Wie das Stück auf der offenen Fläche steht, regelt die Ladungssicherung, wie es hinaufkommt oft die Kranverladung.