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Tautliner

Was ist ein Tautliner?

Ein Tautliner ist eine Aufbauart für LKW, meist auf einem Sattelauflieger verbaut, bei der die Seitenwände aus einer verschiebbaren Plane bestehen. Die Plane lässt sich wie ein Vorhang zur Seite ziehen, sodass die Ladefläche von der Seite und vom Heck zugänglich ist, bei Bedarf über die gesamte Länge. Gebräuchliche Synonyme sind Curtainsider und Schiebeplanenauflieger.

Warum der Tautliner als Standard gilt

Wer im europäischen Straßengüterverkehr eine Komplettladung ohne besondere Anforderungen vergibt, bekommt in vielen Fällen einen Tautliner. Das wirkt sich auf Preis und Planung aus.

Warum der Tautliner als Standard gilt

Der Aufbau vereint Eigenschaften, für die man sonst verschiedene Fahrzeuge bräuchte: Er wird wie ein Koffer rückwärts an der Rampe beladen, per Stapler in Seitenbeladung wie eine Pritsche, hält Regen ab und wiegt weniger als ein fester Kofferaufbau. Weil er so breit einsetzbar ist, orientieren sich Frachtpreise und Fahrzeugverfügbarkeit im Markt meist an ihm. Ein Spezialaufbau kostet dagegen häufig einen Aufschlag und mehr Vorlauf.

Übliche Maße und Palettenzahl

Typische Werte eines Standard-Tautliners: rund 13,60 m Ladelänge, etwa 2,45 m Innenbreite und 2,50 bis 2,70 m Innenhöhe. Das reicht in der Regel für 33 Europaletten. Die Angaben schwanken nach Hersteller und Ausführung – maßgeblich ist das Datenblatt des konkreten Fahrzeugs.

Stabstahl in zwölf Meter langen Bündeln

Ein Stahlhändler lässt Stabstahl in zwölf Meter langen Bündeln an einen Metallbauer liefern. Durch die Hecktür ließen sich die Bündel kaum einschieben, beim Tautliner fährt der Stapler dagegen seitlich an, sobald Plane und Rungen zur Seite geschoben sind. Beim Empfänger zeigt sich ein typischer Planungsfehler: Auf dem Freilager steht nur ein Portalkran, kein Stapler, und der Auftraggeber war davon ausgegangen, dass sich ein Tautliner auch nach oben öffnen lässt. Das feste Dach verhindert das. Die Entladung wartet, bis ein Stapler organisiert ist. Wer ausschließlich per Kran entlädt, muss das deshalb schon bei der Anfrage nennen.

Von wo die Ladefläche erreichbar ist

Die drei gängigen Aufbauten unterscheiden sich vor allem darin, von wo die Ladefläche erreichbar ist:

  • Tautliner: Seite und Heck
  • Schiebeplanenaufbau (oft Edscha genannt): Seite, Heck und oben
  • Kofferaufbau: nur Heck

Wer von oben laden muss, braucht also keinen Tautliner, sondern ein verschiebbares Verdeck. Die offene Pritsche ohne Plane ist rundum zugänglich, schützt die Ware aber nicht vor Witterung. Der Mega-Trailer ist kein eigener Aufbau, sondern ein Auflieger mit mehr Innenhöhe, als Mega-Tautliner auch mit Schiebeplane. Eine Grenze hat die Plane selbst: Sie ist Wetterschutz, kein Diebstahlschutz. Und sie hält keine Ware fest – für die Ladungssicherung sorgen Zurrmittel und Rungen.

Häufige Fragen zum Thema Tautliner

Was ist der Unterschied zwischen Tautliner und Schiebeplanenaufbau?

Beim Tautliner lassen sich nur die Seitenplanen verschieben, das Dach bleibt fest. Zugänglich ist die Ladefläche deshalb von der Seite und vom Heck. Beim Schiebeplanenaufbau lässt sich zusätzlich das Dach zurückschieben, sodass ein Kran die Ware von oben einheben kann. Verwechselt werden beide oft, weil sie von außen kaum zu unterscheiden sind.

Wie viele Paletten passen in einen Tautliner?

Ein Standard-Tautliner mit rund 13,60 m Ladelänge nimmt in der Regel 33 Europaletten auf. Industriepaletten beanspruchen mehr Grundfläche, von ihnen passen meist 26. Ob die volle Stellplatzzahl erreicht wird, hängt außerdem von Gewicht und Höhe der Ware ab – bei schweren Gütern ist oft die Nutzlast früher erschöpft als die Fläche.

Kann ein Tautliner von oben beladen werden?

Ein Standard-Tautliner nicht: Sein Dach ist fest, geöffnet werden nur Seiten und Heck. Für eine Kranverladung von oben braucht es ein verschiebbares Verdeck. Manche Tautliner haben ein solches Verdeck zusätzlich – sie sind dann faktisch ein Schiebeplanenaufbau. Ist eine Beladung per Kran vorgesehen, gehört diese Angabe deshalb ausdrücklich in den Transportauftrag.

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