Eine Ladebordwand ist eine am Fahrzeugheck montierte, hydraulisch betriebene Hubladebühne. In der klassischen Bauform ist sie während der Fahrt hochgeklappt und schließt den Laderaum als Bordwand ab; zum Be- und Entladen wird sie waagerecht gestellt und zwischen Boden und Ladeflächenniveau auf- und abgefahren. Die gängige Abkürzung lautet LBW.
Eine Ladebordwand wird dort gebraucht, wo die Ladefläche keinen Anschluss an eine Rampe findet und kein Stapler die Ware abnimmt. Zur Standardausstattung gehört sie nicht – beim Transport mit Hebebühne ist sie eine gesondert buchbare Zusatzleistung, die im Auftrag stehen muss, bevor das Fahrzeug disponiert wird. Wer sie braucht und nicht bucht, steht mit der Ware auf dem Fahrzeug.
Bauformen und Grenzen: Die Standardbühne steht in Fahrt senkrecht als Heckwand, die Faltbühne verschwindet unter der Ladefläche und lässt das Heck für Rampen frei. Beide tragen nur bis zu ihrer Nennlast, und die gilt für einen festgelegten Lastschwerpunkt – je weiter außen die Last steht, desto weniger darf sie wiegen. Geprüft wird jede Ladebordwand regelmäßig durch eine befähigte Person.
Ein Elektrogroßhändler schickt zwei Paletten mit Kabeltrommeln an einen Installationsbetrieb im Gewerbehof, jede knapp 400 Kilogramm schwer. Beim Großhändler wird an der Rampe geladen, beim Empfänger gibt es nur einen gepflasterten Hof. Eine Faltbühne passt zu beiden Enden: Am Lager bleibt das Heck zum Andocken frei, am Ziel klappt der Fahrer die Bühne aus und senkt die Paletten nacheinander ab. Weil die Nennlast nur nahe der Fahrzeugkante voll gilt, rollt er jede Palette mit dem Hubwagen dicht an diese Kante, die Abrollsicherung hält den Hubwagen auf der Bühne. Ohne Bühne wäre die Ware im Fahrzeug geblieben.
Zur Hebebühne verhält sich die Ladebordwand wie der Spezialfall zum Oberbegriff: Kunden sagen meist Hebebühne, in Fahrzeugpapieren und Prüfbüchern steht Ladebordwand. Während nicht jede Hebebühne automatisch eine Ladebordwand ist, ist jede Ladebordwand eine Hebebühne. Rampe und Anpassrampe lösen dasselbe Höhenproblem baulich – das Fahrzeug dockt an, eine Überladebrücke gleicht die Differenz aus. Der Hubwagen, den der Fahrer mitführt, rollt die Palette auf die Bühne, anheben kann er sie nicht. Frei Bordsteinkante beschreibt das Ende der Leistung: Die Ware steht neben dem Fahrzeug, der Weg ins Gebäude ist Sache des Empfängers.