Logistik umfasst die Planung, Steuerung und Durchführung von Güter-, Informations- und Werteflüssen – von der Beschaffung des Materials bis zur Auslieferung an den Kunden. Der Transport ist dabei nur ein Ausschnitt: Auch Lagerung, Umschlag, Bestandsführung und die zugehörige Datenverarbeitung gehören zum Feld.
Die gängige Einteilung folgt der Wertschöpfungskette: Beschaffungslogistik bringt Material in den Betrieb, Produktionslogistik bewegt es innerhalb der Fertigung, Distributionslogistik bringt die fertige Ware zum Kunden, die Entsorgungslogistik führt Rückläufer und Reststoffe ab. Der Straßengütertransport sitzt überwiegend im ersten und im dritten Bereich; dort arbeitet ein Transportunternehmen wie zipmend: über 7.500 Sendungen im Monat in 28 europäischen Ländern, abgeholt und zugestellt, ohne eigene Lagerhaltung. Wer den Begriff benutzt, meint deshalb selten dasselbe wie sein Gegenüber: Für den einen steht er für Regale und Bestände, für den anderen für Fahrzeuge und Termine. Beim Einkauf lohnt die Frage, welcher Ausschnitt gemeint ist.
Ein Hersteller von Schaltschränken bezieht Bauteile von drei Zulieferern, fertigt an zwei Standorten und beliefert Großhändler in mehreren Ländern. Die Anlieferung der Bauteile gehört zur Beschaffung, der Weg zwischen den Werken zur Produktion, der Versand an die Händler zur Distribution. Beauftragt wird dafür nicht ein einziger Dienstleister, sondern je nach Abschnitt ein anderer. Ein einzelner Transportauftrag deckt immer nur ein Stück dieser Kette ab. Wer den Warenfluss im Haus verbessern will, muss deshalb wissen, an welcher Stelle er ansetzt – die Verzögerung im Wareneingang löst kein schnellerer Versand.
Vier Nachbarbegriffe grenzen das Feld ein. Transport meint allein die Ortsveränderung der Ware; der Spediteur organisiert diese Beförderung, führt sie aber nicht selbst aus. Der Logistikdienstleister steht für Anbieter, die über die Beförderung hinaus Aufgaben wie Lagerung oder Kommissionierung übernehmen. Disposition wiederum ist die tägliche Feinsteuerung im Betrieb: welches Fahrzeug, welcher Fahrer, welche Reihenfolge. Eine Stufe darüber betrachtet das Supply Chain Management die gesamte Kette über Unternehmensgrenzen hinweg, also auch Einkauf, Lieferantenauswahl und Bestandspolitik. Wer eine Beförderung beauftragt, kauft den engsten dieser Begriffe ein.