Die Transportart entscheidet, ob eine Sendung das Fahrzeug allein belegt oder Laderaum teilt – und damit über Preis, Laufzeit und die Zahl der Umladungen. Komplettladung, Teilladung, Beiladung und Sammelgut unterscheiden sich nicht im Ziel, sondern darin, wie viel Fahrzeug eine Ware für sich beansprucht.
Diese Kategorie führt die buchbaren Transportarten und Zusatzleistungen im Straßengüterverkehr zusammen – vom dringenden Transport und Just in Time über Ersatzteillogistik und neutrale Abholung bis zum Schwertransport, der ab bestimmten Maßen eine Großraum- und Schwertransportgenehmigung nach § 29 StVO braucht. Welche Art zu einem Auftrag passt, entscheidet sich an Gewicht, Volumen und daran, wie wenig Zeit bis zum Termin am Ziel bleibt.
Die häufigste Verwechslung betrifft Beiladung und Teilladung: Beiladung nutzt freien Laderaum auf einer ohnehin geplanten Fahrt, Teilladung ist ein eigener Auftrag, der nur nicht das ganze Fahrzeug füllt. Zusatzleistungen wie Laden-Liefern oder frei Bordsteinkante regeln dagegen nicht den Transport, sondern die letzten Meter an der Ablieferstelle.
Ein ADR-Transport ist ein Gütertransport auf der Straße, für den die Vorschriften des ADR-Übereinkommens gelten, weil das beförderte Gut als gefährlich eingestuft ist. Ob sie greifen, entscheidet nicht die Ware an sich, sondern ihre Einstufung samt Menge und Verpackung. ADR steht für das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.
Von Beiladung spricht man, wenn eine Sendung auf einem Fahrzeug mitfährt, das ohnehin unterwegs ist und noch Laderaum frei hat. Bezahlt wird nur der belegte Platz, nicht das ganze Fahrzeug. Möglich ist das, wenn die Ware sich mit der übrigen Ladung verträgt und der Termin etwas Spielraum lässt.
Beim Direktversand liefert der Hersteller oder Großhändler unmittelbar an den Endkunden, ohne dass die Ware zuvor im Lager des verkaufenden Händlers liegt. Der Händler verkauft, berührt die Ware aber nie selbst. Fachlich heißt dieses Modell Streckengeschäft; gemeint ist die Lieferkette, nicht eine bestimmte Transportart.
Bei einem dringenden Transport bestimmt der Zustellzeitpunkt alles Weitere: Der Auftrag wird sehr kurzfristig erteilt, die Ware geht ohne Umwege und ohne Umschlag zum Empfänger. Zwischen Anfrage, Bestätigung und Abholung liegen dann oft nur Stunden; je nach Entfernung lassen sich Abholung und Zustellung sogar am gleichen Tag erledigen.
Ersatzteillogistik umfasst Beschaffung und Transport von Ersatzteilen – überwiegend ungeplant, zeitkritisch und mit einem klaren Ziel: einen Stillstand beenden oder verhindern. Anders als in der Serienbelieferung bestimmt nicht die Menge den Aufwand, sondern der Zeitpunkt, zu dem das Teil an der Maschine sein muss.
Frei Bordsteinkante ist eine Lieferkondition: Die Ware wird an der vereinbarten Adresse am Fahrzeug übergeben und nicht ins Gebäude gebracht. Der Fahrer setzt sie am Straßenrand, in der Einfahrt oder auf dem Hof ab; ab dort liegt der Weitertransport beim Empfänger.
Ein Frigotransport ist die Beförderung temperaturgeführter Ware, bei der ein vorher festgelegter Temperaturbereich von der Übernahme bis zur Ablieferung eingehalten werden muss. Der Begriff ist gleichbedeutend mit Kühltransport und bezeichnet die gesamte Transportleistung – nicht nur das Fahrzeug, das dabei eingesetzt wird.
Die Großraum- und Schwertransportgenehmigung ist die behördliche Erlaubnis für Fahrten, deren Abmessungen oder Gewichte über den zulässigen Grenzen liegen. Rechtsgrundlagen sind § 29 Absatz 3 StVO für die übermäßige Straßenbenutzung und § 70 StVZO für die Ausnahme von den Bau- und Betriebsvorschriften. Erteilt wird sie für einen bestimmten Fahrweg.
Just in Time (JIT) bezeichnet ein Beschaffungs- und Anlieferungsprinzip, bei dem Material zeit- und mengengenau zum Bedarfszeitpunkt eintrifft, statt auf Vorrat zu liegen. Der Bestand wandert damit aus dem Lager in den Verkehr. Entwickelt wurde das Prinzip in der Automobilfertigung; heute arbeiten Serienfertigungen vieler Branchen danach.
Laden-Liefern bedeutet, dass eine Sendung am selben Tag abgeholt und zugestellt wird. Der Ausdruck stammt aus dem Kuriergeschäft und benennt keine eigene Transportart, sondern eine Laufzeit. Dieselbe Leistung heißt heute meist Same-Day-Transport; unter diesem Namen wird sie gesucht, angeboten und gebucht. Typisch ist sie überall dort, wo der Folgetag zu spät käme.
Neutrale Abholung und Zustellung heißt: Der Empfänger kann nicht nachvollziehen, aus welcher Quelle die Ware ursprünglich stammt. Weder die Papiere noch das Fahrzeug lassen einen Rückschluss auf den Vorlieferanten zu. Firmenlogos und Absenderangaben der vorgelagerten Stufe bleiben außen vor; gebucht wird die Neutralität als Zusatzleistung zum Transport.
Ein Schwertransport ist die Beförderung von Gütern, die die gesetzlich zulässigen Maße oder Gewichte überschreiten und deshalb nur mit behördlicher Genehmigung auf die Straße dürfen. Maßgeblich ist nie das Gut allein, sondern das beladene Fahrzeug: Länge, Breite, Höhe und Gesamtgewicht werden einzeln gemessen.
Ein Spezialtransport liegt vor, sobald die Ware oder die Umstände besondere Anforderungen an Fahrzeug, Genehmigung oder Handhabung stellen. Gleichbedeutend spricht die Branche vom Sondertransport. Der Begriff benennt keine einzelne Leistung, sondern eine Gruppe von Fällen mit einer Gemeinsamkeit: Im Standardablauf sind sie nicht zu bewegen.
Stückgut bezeichnet die Ware: einzeln handhabbare Sendungen, meist Paletten, Kisten oder Gitterboxen, die zusammen keine ganze Ladung füllen. Sammelgut bezeichnet das Verfahren: die Bündelung solcher Sendungen mehrerer Versender über Umschlagpunkte. Das eine ist das Was, das andere das Wie – Synonyme sind sie nicht, auch wenn der Sprachgebrauch sie vermischt.
Transport ist die räumliche Ortsveränderung von Gütern, also ihre Beförderung vom Ausgangs- zum Bestimmungsort. Im Frachtrecht heißt derselbe Vorgang Güterbeförderung – der präzisere Ausdruck, weil er die Beförderung von Personen ausschließt. In diesem Lexikon meint Transport durchgängig Güter: Waren, Material, Bauteile, Ersatzteile – befördert auf der Straße, im gewerblichen Auftrag eines Unternehmens.