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zipmend Logistik Lexikon

Fahrzeuge und Aufbauten – von Auflieger bis Wechselbrücke18 Begriffe

Welches Fahrzeug eine Ladung aufnimmt, hängt an vier Größen: Gewicht, Maße, Palettenzahl und der Frage, wie be- und entladen wird. Der Aufbau entscheidet dabei oft mehr als die Fahrzeugklasse – ein Planenaufbau lässt sich von der Seite und von oben beladen, ein Kofferaufbau nur von hinten.

Diese Kategorie ordnet Fahrzeugklassen und Aufbauten im Straßentransport ein – vom Kastenwagen und Planensprinter über Tautliner, Schiebeplanenaufbau und Wechselbrücke bis zu Tieflader und Innenlader für Maschinen, die über die Standardhöhe hinausgehen. Dazu kommen Anforderungen, die nicht aus der Ware, sondern aus dem Auftrag selbst stammen: ein rampenfähiges Fahrzeug, ein ADR-Fahrzeug mit Warntafel oder ein Begleitfahrzeug BF3 bei genehmigungspflichtigen Transporten.

Die Grenze zwischen Transporter und LKW liegt bei 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht – darüber gelten Lenk- und Ruhezeiten, Mautpflicht und die Berufskraftfahrerqualifikation. Mega-Trailer und Jumbo-Sattelzug erhöhen übrigens nicht die Nutzlast, sondern das Volumen: Sie fassen mehr Höhe, nicht mehr Gewicht.

Fachbegriffe aus der Kategorie Fahrzeuge & Aufbauten

ADR-Fahrzeug

Ein ADR-Fahrzeug ist ein Fahrzeug, das für die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße vorschriftsmäßig ausgerüstet und gekennzeichnet ist. Der Name stammt vom europäischen Gefahrgutabkommen ADR. Verlangt wird ein solches Fahrzeug, sobald eine Beförderung die Kleinmengengrenze überschreitet – darunter genügt ein regulärer LKW.

Auflieger

Ein Auflieger ist ein Anhänger ohne eigene Vorderachse, der mit seinem vorderen Ende auf dem Zugfahrzeug ruht und dort über die Sattelplatte verriegelt wird. Er trägt die Ladefläche, das Zugfahrzeug den Antrieb und einen Teil des Aufliegergewichts. Zusammen bilden beide den Sattelzug. Gebräuchliche Synonyme sind Sattelauflieger und Trailer.

Begleitfahrzeug BF3

Ein Begleitfahrzeug BF3 sichert Großraum- und Schwertransporte auf der Straße ab. Auf dem Dach trägt es eine Wechselverkehrszeichen-Anlage, die nach hinten drei Verkehrszeichen abstrahlt; diese gelten wie ortsfeste Schilder und setzen sie außer Kraft. Eine einfache Begleitung ohne solche Anlage darf das nicht – sie warnt nur.

Innenlader

Ein Innenlader ist ein Sattelauflieger, der seine Ladung nicht auf einer Ladefläche trägt, sondern stehend zwischen den Rädern in einem abgesenkten Mittelraum führt. Möglich macht das eine Einzelradaufhängung ohne durchgehende Achsen. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung Inloader. Die Bauform entstand für Güter, die aufrecht stehen müssen und für eine normale Ladefläche zu hoch sind.

Jumbo-Sattelzug

Ein Jumbo-Sattelzug ist ein Lastzug aus Motorwagen und Anhänger mit durchgehend nutzbarer, auf zwei Ladeeinheiten verteilter Ladefläche. Kleinere Räder und ein tief liegender Rahmen senken die Ladeebene beider Fahrzeugteile ab. Das Ergebnis sind mehr Kubikmeter und mehr Palettenstellplätze als bei einem Standardfahrzeug für Komplettladungen – in der Größenordnung von rund 120 Kubikmetern.

Kastenwagen

Ein Kastenwagen ist ein Nutzfahrzeug, dessen Laderaum fest in die Karosserie integriert und nach allen Seiten geschlossen ist. Beladen wird er über das Heck, kleinere Modelle zusätzlich über eine seitliche Schiebetür. Im Transportgewerbe benennt der Begriff diese Aufbauform – in der Freizeitbranche dagegen einen Wohnmobiltyp auf demselben Fahrgestell.

Kofferaufbau

Der Kofferaufbau ist ein fest geschlossener Fahrzeugaufbau in Kastenform, der auf ein Fahrgestell gesetzt wird. Wände, Dach und Boden bestehen aus starren Paneelen, die verschließbaren Türen sitzen am Heck. Es gibt ihn vom leichten Nutzfahrzeug bis zum schweren LKW; am Auflieger heißt die Bauform Kofferauflieger.

Kühlfahrzeug

Ein Kühlfahrzeug, auch Frigofahrzeug, ist ein Transporter oder LKW mit wärmegedämmtem Laderaum und einem Kühlaggregat, das aktiv Kälte erzeugt. Dadurch bleibt die Temperatur im Laderaum über die gesamte Fahrt in einem eingestellten Bereich – unabhängig davon, wie warm oder kalt es draußen ist.

Mega-Trailer

Ein Mega-Trailer ist ein Sattelauflieger mit abgesenkter Ladefläche und dadurch größerer Innenhöhe als ein Standardauflieger. Statt der üblichen rund 2,70 Meter stehen etwa 3,00 Meter zur Verfügung – bei gleicher Länge und Breite. Das Ladevolumen liegt damit spürbar über dem eines gewöhnlichen Aufliegers.

Planensprinter

Ein Planensprinter ist ein Kleintransporter mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse, aufgebaut als Pritsche mit Planenverdeck und umgangssprachlich auch Planenbus genannt. Er verbindet die Beweglichkeit eines Transporters mit einem Laderaum, der sich seitlich wie auch über das Dach öffnen lässt – und liegt damit zwischen Kastenwagen und LKW.

Rampenfähiges Fahrzeug

Ein rampenfähiges Fahrzeug hat eine Ladefläche, die auf Rampenhöhe liegt, und kann deshalb unmittelbar an einer Verladerampe be- und entladen werden. Die Ware rollt waagerecht hinüber, ohne dass Hebezeug nötig wird. Gemeint sind im Regelfall LKW mit Koffer-, Planen- oder Kühlaufbau; entscheidend ist die Höhe der Ladekante, nicht die Fahrzeugklasse.

Sattelzug

Ein Sattelzug ist ein Fahrzeuggespann aus Sattelzugmaschine und Sattelauflieger, verbunden über die Sattelplatte. Amtlich heißt er Sattelkraftfahrzeug. Im europäischen Straßengüterverkehr ist er das Standardfahrzeug für volle Ladungen: bis 16,50 m lang, bis 40 t schwer und typischerweise mit Stellplatz für 33 Europaletten.

Schiebeplanenaufbau

Ein Schiebeplanenaufbau ist ein Fahrzeugaufbau, bei dem sich die Seitenplanen zur Seite und das Verdeck nach hinten schieben lassen. Die Ware kann damit seitlich, über das Heck und von oben geladen werden. Geläufig ist auch die Bezeichnung Edscha-Aufbau, nach dem Hersteller, dessen Name im Sprachgebrauch für das Schiebeverdeck steht.

Tautliner

Ein Tautliner ist eine Aufbauart für LKW, meist auf einem Sattelauflieger verbaut, bei der die Seitenwände aus einer verschiebbaren Plane bestehen. Die Plane lässt sich wie ein Vorhang zur Seite ziehen, sodass die Ladefläche von der Seite und vom Heck zugänglich ist, bei Bedarf über die gesamte Länge. Gebräuchliche Synonyme sind Curtainsider und Schiebeplanenauflieger.

Tieflader

Ein Tieflader ist ein Auflieger oder Anhänger, dessen Ladefläche deutlich tiefer liegt als bei einem Standardfahrzeug. Er nimmt hohe oder schwere Einzelstücke auf, die auf regulärer Ladehöhe das zulässige Gesamtmaß sprengen würden. Im Güterverkehr ist damit immer der Schwerlastauflieger gemeint – nicht der gleichnamige Pkw-Anhänger mit abgesenkter Ladefläche.

Transporter

Ein Transporter ist ein Nutzfahrzeug mit geschlossenem oder offenem Laderaum für den Gütertransport, meist bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Umgangssprachlich steht dafür häufig der Markenname Sprinter. Größere Ausführungen bis 7,5 Tonnen heißen Großtransporter und verlangen eine eigene Fahrerlaubnis. Im Transportgewerbe ist der Transporter das Standardfahrzeug für kleine und eilige Aufträge.

Warntafel

Eine Warntafel ist ein Schild am Fahrzeug, das auf eine besondere Eigenschaft des Transports hinweist. Zwei Ausführungen sind im Straßengüterverkehr geläufig: die orangefarbene Tafel am Gefahrguttransport nach ADR und die rot-weiß gestreifte Tafel, die überbreite oder überlange Abmessungen sichtbar macht. Beide sagen etwas über Fahrzeug oder Ladung aus, nicht über die Verkehrsführung.

Wechselbrücke

Die Wechselbrücke ist ein austauschbarer Ladungsträger, der auf ein Trägerfahrzeug oder einen Anhänger aufgesetzt und über vier ausklappbare Stützen ohne Fahrzeug abgestellt werden kann. Genormt heißt sie Wechselbehälter, im Betrieb auch Wechselkoffer, Wechselpritsche oder BDF-Behälter. Ihre Grundmaße sind auf Europaletten ausgelegt.

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